Fünf Pflanzkisten stehen vor dem Primarschulhaus St. Johann. Die Schülerinnen und Schüler sollten im Rahmen einer Projektwoche essbare Pflanzen setzen. Wie die «Basler Zeitung» berichtet, ist es dabei zu einer Verwechslung gekommen, die glücklicherweise ohne schwere Folgen ausgegangen ist. Wie die Mutter einer Drittklässlerin gegenüber der Zeitung schildert, hat ihre Tochter statt einer Gewürzpflanze einen hoch giftigen Blauen Eisenhut gepflanzt.

Gemäss Wikipedia sind bereits zwei Gramm der Knolle tödlich, Vergiftungserscheinungen können jedoch auch schon durch blosses Berühren entstehen, weil der Giftstoff Aconitin selbst durch unverletzte Haut aufgenommen werden kann.

Das Erziehungsdepartement bestätigt den Sachverhalt. Sprecher Simon Thiriet sagt: «Hier ist ein Fehler passiert, das muss man nicht diskutieren. Es war nie die Absicht der Schule, auf dem Areal giftigen Eisenhut anzupflanzen. Deshalb hat die Lehrperson auch die Pflanze entfernt und wir alle sind froh, dass nichts passiert ist.»

Mutter erkennt die Gefahr

Weder die Mitarbeiter der Gärtnerei noch die Lehrpersonen haben erkannt, welche Gefahr von der Pflanze ausgeht. Bei der Gärtnerei handelt es sich um einen Betrieb der Stiftung Lehrbetriebe beider Basel (LBB). Die Stiftung betreibt mehrere Lehrbetriebe, darunter auch eine Gärtnerei. Der Stiftungszweck ist, Jugendlichen mit weniger guten Voraussetzungen eine Chance zum Berufseinstieg zu bieten. Diese werden von ausgebildeten Gärtnern betreut.

Wie es dazu kommen konnte, dass das Mädchen die korrekt beschriftete, aber gemäss «BaZ» nicht als giftig gekennzeichneten Pflanze ausgehändigt erhielt, ist unklar. Die brenzlige Situation entdeckt hat erst die Mutter, die zufällig ihr Kind von der Schule abgeholt hat. Gegenüber der «BaZ» tat sie ihren Unmut kund, wonach sie sich nicht richtig ernst genommen gefühlt habe. Die Lehrer hätten abweisend auf ihre Warnung reagiert und wollten ihr nicht glauben, dass es sich um eine so giftige Pflanze handelt, wird sie zitiert.

Thiriet sagt: «Meinen Informationen gemäss, betrat die Mutter eine Sitzung des Lehrerkollegiums und machte auf die Pflanze und die Gefahren aufmerksam.» Der Lehrer sei noch am Gleichen Abend zur Pflanzenkiste gegangen und habe die Pflanze ausgerupft. «Falls zu irgendeinem Zeitpunkt der Mutter das Gefühl vermittelt wurde, dass ihr Anliegen nicht ernst genommen wurde, dann entschuldigen wir uns dafür», sagt Thiriet.