Wochenkommentar

Statt Kritik braucht der Euro-Airport eine breitere Unterstützung

Der EuroAirport Basel-Mülhausen wird bei Fluggästen immer beliebter (Archiv)

Der EuroAirport Basel-Mülhausen wird bei Fluggästen immer beliebter (Archiv)

Der Euroairport zählte im vergangenen Jahr 5,3 Millionen Fluggäste. Eine Anbindung an die schnelle Bahnlinie Strassburg - Euro-Airport-Basel könnte den Stellenwert und damit auch seine Bedeutung als Wirtschaftsfaktor erhöhen.

Wenn der Euro-Airport Erfolgsmeldungen verbreitet, sind die Kritiker im unteren Baselbiet schnell zur Stelle. Das ist auch nach der Meldung, der Bahnanschluss werde mit Geldern für die Förderung der Europastadt Strassburg unterstützt, der Fall. Madeleine Göschke, die Wortführerin der Kritikerinnen und Kritiker und Präsidentin des Schutzverbands der Bevölkerung um den Flughafen Basel-Mülhausen, sieht ihre Haltung nur bestätigt. Hinter dem Bahnanschluss stünden die Franzosen. Für die Schweiz sei er «absolut unnötig», sagt sie. Statt zum Bahnanschluss möchte Göschke lieber Studien zur Verlegung des Flughafens.

Die Kritik richtet sich jedoch gegen ein Erfolgsunternehmen. Der Euro-Airport ist auf dem besten Weg dazu, wieder dorthin zu gelangen, wo er vor dem Aus von Swissair und Crossair in Basel war. Diese Woche kündigte Easyjet an, die Gesellschaft werde wieder eine neue Maschine – die achte – in Basel stationieren. 42 Destinationen fliegt Easyjet unterdessen von Basel aus an. Die Zahl der Passagiere ist im letzten Jahr in Basel-Mülhausen um 17 Prozent auf 2,83 Millionen gestiegen. Der Euro-Airport erreicht unterdessen einen Passagierrekord: 5,3 Millionen Fluggäste wurden im vergangenen Jahr gezählt.

Auch die Swiss hat diese Entwicklung zur Kenntnis genommen. Die Airline, die im vergangenen Jahr schwierige Zeiten durchmachte, schaut mit Neid auf den Erfolg von Easyjet in Basel. Gegenüber der «Basler Zeitung» sagte Swiss-Chef Harry Hohmeister diese Woche, für die Lufthansa-Tochter sei es denkbar, ihre Aktivitäten in Basel wieder auszubauen. Ende 2014 erhalte die Swiss mit der Bombardier CSeries wieder ein Flugzeug, das in Basel konkurrenzfähig wäre. Hohmeister: «Wir denken nicht daran, Basel aufzugeben.»

Der Euro-Airport ist für die wirtschaftliche Entwicklung der Region von zentraler Bedeutung – in der derzeit wirtschaftlich labilen Zeit ganz besonders. Die angekündigte französische Unterstützung für den Bahnanschluss ist ein positiver Impuls: Die Anbindung der Europastadt Strassburg über eine schnelle Bahnlinie Strassburg–Euro-Airport–Basel könnte den Stellenwert des Flughafens weiter erhöhen. Und damit auch seine Bedeutung als Wirtschaftsfaktor der gesamten trinationalen Region.

Das scheinen unterdessen auch Kritiker anzuerkennen. Anders als der Schutzverband hat der Gemeindeverbund Flugverkehr, der noch im letzten Jahr wegen seiner Kritik am Bahnanschluss drei Austritte von Gemeinden zu verzeichnen hatte, vorsichtig auf die Nachricht reagiert. «Wir sagen Ja, aber», meint Geschäftsführer Andreas Dill. Der Verband anerkennt den Stellenwert des Flughafens, fordert aber «flankierende Massnahmen» zum zu erwartenden Mehrverkehr. Dies ist – anders als das unrealistische Unterfangen, den Flughafen weiter nördlich neu zu bauen – eine akzeptable Gesprächsgrundlage. Der Euro-Airport kann eine breitere Unterstützung gebrauchen.

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