Rhein

Steht am Klybeckquai bald ein Hafenkran? Gegner will noch nicht aufgeben

Früher war er im Hafen St. Johann. Jetzt kommt der Kran ins Kleinbasel.

Nach zwei Rekursen gegen den Hafenkran gibt der Einsprecher auf. Der Wiederaufbau am Klybeckquai kann beginnen – oder doch nicht?

Während das Kunstprojekt «Zürich Transit Maritim», das ab April 2014 für neun Monate am Limmatquai stand, erst für Aufruhr, dann für viel Begeisterung sorgte, geht es in Basel ruhiger zu. In beiden Fällen handelt es sich dabei um einen Hafenkran. Der Zürcher kam aus Rostock, der Basler aus dem ehemaligen Hafen St. Johann.

Im Grossbasler Hafen stand er bis 2010 in Betrieb, wurde 2011 von Novartis gekauft, demontiert und eingelagert. Von den fünf Kränen ist es derjenige, welcher der Dreirosenbrücke am nächsten war. Das Hafengelände gehört heute zum Novartis Campus, und hier führt die neue Rheinuferpromenade entlang, die vom St. Johann bis zur Dreiländerbrücke im elsässischen Huningue geht.

78 Quadratmeter für Bar

Ursprünglich sollte der Kran in der Nähe der Dreirosenbrücke beim Campus wieder aufgebaut werden, also auf der Rheinseite, wo früher auch der Hafen war. Dann aber änderte Novartis seine Meinung: Der Kran kommt stattdessen am Klybeckquai zu stehen, zirka 300 Meter nördlich der Dreirosenbrücke am Schnittpunkt Uferstrasse/Altrheinweg. Das Grundstück gehört den Schweizerischen Rheinhäfen. Novartis will das Industriedenkmal dem Kanton Basel-Stadt schenken. Auf der Plattform des Krans, also auf 6,50 Meter Höhe, soll auf 78 Quadratmetern ein ganzjährig betriebenes Restaurant oder eine Bar eingerichtet werden.

Mit dem Wiederaufbau des Krans hätte Ende 2016 oder Anfang 2017 begonnen werden sollen.

Dass das nicht klappte, liegt an Philippe Ramseyer. Er arbeitet seit über zwanzig Jahren als Lehrer im Kleinhüninger Inselschulhaus und rekurrierte gegen das Projekt. Ramseyer wohnt in Bettingen, ist Mitglied von WWF und Heimatschutz und hat auf der Liste der SVP für den Grossen Rat kandidiert. Seinen Einspruch begründete er mit befürchteten Lärmemissionen und damit, dass der Kran als Denkmal am Klybeckquai am falschen Ort stehen werde.

Sein Rekurs wurde abgewiesen, und auch die Einsprache bei der Baurekurskommission blieb erfolglos. Da er dies als «chancenlos» erachtet, zieht Ramseyer die Einsprache nicht weiter. Laut Baudepartement und Novartis ist die Baubewilligung deshalb jetzt rechtskräftig.

Ein genauer Zeitplan, wie es jetzt weitergeht, liegt laut Novartis nicht vor. Auch zur Gastronomie gibt es noch keine weiteren Informationen. «Das gastronomische Konzept wird zur Zeit überarbeitet», teilt Mediensprecher Daniel Zehnder mit. Mitte Juni werde es detailliertere Informationen geben. Unklar sei, ob auch die Kranführerkabine für das Gastro-Angebot genutzt werde.

Nun könnte aber gerade die geplante Gastronomie für weitere Verzögerungen sorgen. Geschlagen gibt sich Ramseyer nämlich nicht. Er schreibt der bz: «Wenn im Baukran ein Restaurant installiert werden soll, muss die Novartis dafür ein separates Baugesuch einreichen. Da werde ich wieder Einsprache erheben.»

Verwandtes Thema:

Autor

Peter Schenk

Peter Schenk

Meistgesehen

Artboard 1