Sparauftrag

Steigende Semestergebühren: Studieren an der Uni Basel wird wohl schon wieder teurer

850 Franken kostet heute ein Semester an der Universität Basel. An keiner Schweizer Volluniversität sind die Gebühren höher.

850 Franken kostet heute ein Semester an der Universität Basel. An keiner Schweizer Volluniversität sind die Gebühren höher.

Die Universität Basel prüft eine Erhöhung der Studiengebühren. Im Vordergrund der Überlegungen steht die Variante, von sämtlichen rund 10’000 Bachelor- und Master-Studierenden an der Uni künftig 100 Franken mehr pro Semester einzufordern.

Die Universität Basel muss sparen. Weil die beiden Trägerkantone Basel-Stadt und Baselland ihre Globalbeiträge senken, fehlen der Uni in den Jahren 2020 und 2021 je nach Lesart zwischen 44 und 74 Millionen Franken. Im Zusammenhang mit diesem Sparauftrag werden höhere Studiengebühren wieder ein Thema.

Gemäss der gestern publizierten Vorlage der Baselbieter Regierung zu mehreren Vorstössen im Landrat hat die Universität zwei Varianten für eine Erhöhung der Studiengebühren geprüft. Variante 1: Die Gebühren steigen für alle Bachelor- und Masterstudierende der Uni um je 100 Franken pro Semester auf 950 Franken. Betroffen wären 10 000 Studierende. Dies würde zusätzliche Einnahmen von rund 2 Millionen Franken im Jahr generieren.

Oder verdoppeln für Ausländer?

Variante 2: Die Uni erhöht die Gebühren nur für ausländische Studierende, dies aber massiv – von 850 auf 1700 Franken pro Semester für Bachelor- und Masterstudierende sowie von 350 auf 700 Franken für Doktoranden. Diese Verdoppelung, von der knapp 3000 Personen betroffen wären, würde 2,8 Millionen Franken pro Jahr zusätzlich in die Uni-Kasse spülen. Bei beiden Varianten allerdings unter dem Vorbehalt, dass wegen der Erhöhung keine Studierenden die Basler Uni verlassen.

Uni-Mediensprecher Matthias Geering bestätigt, dass sich Rektorat und Unirat derzeit diese Überlegungen machen. «Die Erhöhung der Studiengebühren ist ein Bestandteil der Umsetzung der Sparmassnahmen. Da gibt es auch eine Erwartungshaltung der Politik.» Die Auswirkungen der beiden Varianten seien allerdings noch nicht im Detail analysiert worden, betont Geering. Mit welchen Massnahmen der von den Kantonen definierte Sparauftrag umgesetzt wird, liegt in der Kompetenz des Unirats. Gemäss der Regierungsvorlage ist das Rektorat derzeit daran, Vorschläge zuhanden des Unirats zu formulieren.

Es gibt deutliche Hinweise, dass die Spitze der Universität Variante 1 – also eine Erhöhung der Studiengebühren für alle – bevorzugt. Der Unirat werde Möglichkeiten für eine Erhöhung der Studiengebühren prüfen, «ohne dass wir deswegen eine Abwanderung von Studierenden riskieren», sagte Uniratspräsident Ueli Vischer Ende Juni, als er den Uni-Deal der beiden Kantonsregierungen kommentierte. Die Gefahr eines Studenten-Exodus ist bei einer relativ geringen Erhöhung für alle kleiner als bei der Verdoppelung der Gebühren für Ausländer. Darauf weist auch der Bericht der Baselbieter Regierung hin.

Wenn ausländische Studierende und Doktorierende wegen der massiv höheren Gebühren den Studienort Basel meiden, könnte sich dies negativ auf das internationale Ranking der Basler Uni auswirken, heisst es. Von den 2700 Doktorierenden, die das Standing der Uni massgeblich mitverantworten, sind fast die Hälfte Ausländer.

Gebühr wurde erst 2013 erhöht

In der Studentischen Körperschaft der Universität Basel (Skuba) steht man den Plänen der Uni-Leitung äusserst kritisch gegenüber: «Eine erneute Erhöhung der Gebühren wäre schlimm», sagt Skuba-Vorstandsmitglied Rebecca Achermann. An der Basler Uni sind erst 2013 die Studiengebühren von 700 auf 850 Franken pro Semester angehoben worden, was damals auf heftigen Widerstand der Studierenden stiess.

Ist eine Erhöhung der Gebühren unvermeidlich, dann favorisiert auch die Skuba die Variante 1: «Eine Erhöhung für alle ist gerechter und wirkt weniger abschreckend», sagt Achermann. Der Universitätsrat wird beim anstehenden Entscheid die Meinung der Studierenden einbeziehen müssen. Eine Studenten-Revolte wollen die Uni-Verantwortlichen wegen der Gebührenerhöhung sicher nicht riskieren.

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