Der Zeitplan stand fest. Im ersten Quartal des Jahres sollte mit der Baueingabe der Startschuss fallen, um das lang gehegte Projekt einer Erweiterung der Basler Rudolf-Steiner-Schule am Jakobsberg zu realisieren. Angeblich aus «Termingründen» verschob die Schulleitung im Februar eine breite Kommunikation. Nun wird klar: Das vorbereitete Projekt hätte das festgelegte Kostendach von 20,8 Millionen Franken um dreissig Prozent überschritten und musste radikal überarbeitet werden.

Die Schule weiss mittlerweile, weshalb dem Bauteam die Kosten aus dem Ruder gelaufen sind. Die geplanten Anbauten an Hanglage hätten einer spezifischen Absicherung der Baugrube und des Gebäudes bedurft, die allein 2,3 Millionen Franken verschlungen hätte. Der Wunsch, die Kapazität der Mensa von 200 auf 400 Essen pro Tag zu erweitern, hätte ebenfalls zusätzliche 2,2 Millionen Franken gekostet. Gesetzliche Energie- und Brandschutzvorschriften, die ebenfalls nicht berücksichtig worden sind, verteuerten das Projekt ebenfalls um zwei Millionen Franken.

Die optimierten Pläne liegen nun vor. Die grösste Veränderung besteht darin, dass ein Grossteil der Schulerweiterung nicht durch Anbauten realisiert wird, sondern durch Aufstockungen. Dies reduziert nicht nur die Kosten, sondern verringert nach vorliegender Planung auch die Bauzeit, sodass die Inbetriebnahme weiterhin für Herbst 2022 geplant ist. Die Baueingabe soll bis Ende Jahr erfolgen.

Dass sich die Inbetriebnahme nicht verzögern sollte, hat nicht nur schulinterne Gründe. Schliesslich ist das Projekt mit dem Kanton koordiniert, der mit der Privatschule einen Deal abgeschlossen hat: Basel-Stadt gewährt der Rudolf-Steiner-Schule ein zinsloses und langfristig rückzahlbares Darlehen über 5,7 Millionen Franken zum Bau einer Turnhalle. Als Gegenleistung können Primarschüler der öffentlichen Schule die Halle gratis benutzen. Dies sei günstiger als der Bau einer eigenen Turnhalle, argumentierte die Regierung.

Das Darlehen, das der Grosse Rat im März 2018 einstimmig gutgeheissen hat, wird fällig, wenn die Gesamtfinanzierung sichergestellt ist. Der staatliche Sukkurs sollte der Steiner-Schule helfen, die bestehende Finanzierungslücke zu schliessen. Dieser Prozess verläuft allerdings schleichend. Im Ratschlag der Regierung vom Dezember 2017 betrug die Lücke 6,1 Millionen Franken, aktuell fehlen noch 5,2 Millionen. Die Schulleitung ist optimistisch, bis Ende 2022 das Geld zusammen zu haben.