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Stephan Andrist ist in Basel zurück bei seinem grossen Förderer

Stephan Andrist erhofft sich viel von der kommenden Saison unter Murat Yakin.

Stephan Andrist erhofft sich viel von der kommenden Saison unter Murat Yakin.

In der vergangenen Saison war Stephan Andrist an den FC Luzern ausgeliehen, um dort Spielpraxis zu sammeln. Nun ist der 25-Jährige Berner Oberländer zurück in Basel und hofft, unter Murat Yakin zu einem wichtigen Puzzleteil des Meisters zu werden.

Es ist die zweite Chance für Stephan Andrist beim FC Basel. Und gleichzeitig die letzte? „Ich habe noch ein Jahr Vertrag, das kann man schon so sehen", sagt er. Fügt zu seiner eigenen Verteidigung jedoch an: „Im ersten Jahr lief es gut für mich. Als ich merkte, dass es wohl nicht so weitergeht, habe ich mich ausleihen lassen."

Zum FC Luzern. Die Innerschweizer haben zugegriffen, als sich zu Beginn der letzten Saison abzeichnete, dass Heiko Vogel für Andrist nicht mehr als die Rolle des Kaderauffüllers bereit hatte.

Das änderte sich in Luzern schlagartig. Zumindest in den restlichen Spielen der Vorrunde setzte Ryszard Komornicki auf den pfeilschnellen Flügelläufer. Doch die Erfolglosigkeit zwang Komornicki zum Handeln, Andrist wurde zum Bauernopfer und landete wieder auf der Ersatzbank.

Als er sich dann angeblich auch noch einen vom Boulevard verbreiteten, zu langen nächtlichen Ausflug im Nachtleben leistete, wurde er vom Polen suspendiert.

Schien- und Wadenbeinbruch zwingt Andrist beinahe zum Karriereende

Zum zweiten Mal war die Karriere des einst als Riesentalent bezeichneten, scheuen Berner Oberländers an einem Tiefpunkt angelangt. Schon einmal ganz unten war der heute 25-Jährige Ende des letzten Jahrzehnts, als er als Spieler des FC Thun einen Schien- und Wadenbeinbruch erlitt. „Es gab Tage, an denen ich an das Karriereende dachte", erinnert er sich.

Dass er trotzdem weitermachte, hat er zu einem grossen Teil Murat Yakin zu verdanken. Der war damals Trainer bei den Thunern und ermunterte Andrist, zu kämpfen.

Es hat sich gelohnt: Andrist zeigte nach dem Aufstieg in die Super League 2010 ansprechende Leistungen in der höchsten Spielklasse, gar überragend waren seine Darbietungen im Sommer 2011. So gut, dass er kurzerhand vom damaligen FCB-Trainer Thorsten Fink ans Rheinknie geholt wurde. „Für mich ging ein Traum in Erfüllung - ich durfte einen Vertrag beim besten Klub der Schweiz unterschreiben."

Es folgte ein Jahr, in dem Andrist regelmässig als Joker zum Einsatz kam. Doch anstatt zum Stammspieler zu reifen, wurde die Wertschätzung von Finks Nachfolger Heiko Vogel für Andrist immer geringer, darum der Schritt zu Luzern im August 2012.

Kurz nachdem er dort im vergangenen Frühjahr in Luzern suspendiert wurde, musste Trainer Komornicki gehen. Auf den Polen folgte Carlos Bernegger, der Andrist zurück in die erste Mannschaft holte und ihn wieder regelmässig einsetzte.

Luzern verzichtet freiwillig

Obwohl die Leistungskurve wieder nach oben zeigte, verzichtete der FCL auf eine definitive Übernahme. Andrist stand in der letzten Woche in Basel auf der Matte, als der Start in die neue Saison erfolgte.

Schöner Nebeneffekt: Trainer beim FC Basel ist jetzt sein einstiger Förderer Murat Yakin. „Ich hatte schon einige Trainer in meiner Karriere, aber von ihm habe ich am meisten gelernt."

Auch Yakin erhofft sich viel von Andrists Rückkehr. „Er gibt uns mit seiner Schnelligkeit viele Optionen im Flügelspiel", sagt er. Gut möglich also, dass Andrist seine zweite Chance beim FCB, die letzte, nützt und unter Yakin künftig wichtige Rolle einnehmen wird.

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