«Natürlich sind wir enttäuscht.» Geschäftsführer Richard Widmer macht aus seiner Gemütslage kein Geheimnis. Immerhin hat die Stiftung Dominikushaus in Riehen mittlerweile rund zehn Jahre an ihrem Erweiterungsbau herumgeplant. Das Alters- und Pflegeheim sollte vergrössert werden. Doch genug ist genug. Gestern hat die Stiftung mitgeteilt, dass sie in Absprache mit den Gemeindebehörden auf die Fortsetzung des Bebauungsplans verzichtet.

Die Pläne waren von Anfang an umstritten. In einer ersten Phase war ein Ausbau von heute 77 auf künftig 94 Betten vorgesehen. Die Anwohner im Einfamilienhausquartier standen jedoch von Anfang auf die Hinterbeine und erhoben Einsprache. Das Projekt sei viel zu gross, reklamierten sie. Zudem sei der Standort ohnehin ungeeignet. In einer Neubeurteilung sprach sich dann auch die Sachkommission Siedlung und Landschaft gegen das Bauvorhaben aus. Die Pläne wurden redimensioniert – auf nur noch 80 Pflegeplätze. Erst im Mai wurde das Projekt erneut öffentlich aufgelegt. Der Widerstand aber blieb.

«Chancen waren zu ungewiss»

Nun hat die Stiftung das Handtuch geworfen. Sie habe zur Kenntnis nehmen müssen, «dass wenige Anwohner das Bauprojekt nicht wünschen und mit allen rechtlichen Mitteln bekämpfen werden». Alle Verhandlungsgespräche hätten zu keiner Einigung geführt. Deshalb
hat die Stiftung die Reissleine gezogen. «Die Chancen für das Projekt waren schlicht zu ungewiss», begründet Geschäftsleiter Widmer. Die Baupläne könnten einfach nicht noch weiter redimensioniert werden. Dies würde das Projekt derart einschränken, dass das geplante Gesamtkonzept eines Pflegeheims mit Seniorenwohnungen nicht realisiert werden könne. Widmer: «Und 30 Millionen Franken in etwas Halbbatziges zu stecken, das geht einfach nicht.»

Zudem: Selbst wenn die Gemeindebehörden die neuen Pläne abgesegnet hätten, hätten die hängigen Einsprachen den Bau noch auf Jahre hinaus verzögern können. Und so viel Zeit hat das Heim nicht mehr. Denn dieses genügt schlicht den heutigen Ansprüchen nicht mehr und muss dringend modernisiert werden. Geschäftsführer Widmer spricht als Beispiel die Zimmergrössen an. Das Heim könne sicher noch rund fünf Jahre weiterbetrieben werden, dann aber müsse eine neue Lösung bereit stehen.

Die Stiftung hat daher die Planung eines neuen Projekts in Angriff genommen – und das schon vor zwei bis drei Monaten. «Wir haben einen neuen Standort im Auge», verrät Widmer. Bereits liefen erste Gespräche. Details will er noch nicht verraten. Das Projekt müsse aber zonenkonform sein, anders als heute. Und klar ist: Die Zeit drängt. «Wir fangen nochmals bei Null an. Wir müssen an die Säcke», sagt Widmer. «Aber wir sind guten Mutes. Riehen braucht diese Pflegeplätze.»