Stimmen-Festival
Stimmen-Gründer: «Es ist nicht unser Ziel, dass alle Konzerte ausverkauft sind»

Dem «Stimmen» bleiben die Zuschauer trotz schlechtem Wetter nicht fern. Festival-Leiter und -Gründer Helmut Bürgel ist mit der diesjährigen Ausgabe des Stimmen grundsätzlich sehr zufrieden.

Muriel Mercier
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Legende Lenny Kravitz rockte, was das Zeugs hielt.

Legende Lenny Kravitz rockte, was das Zeugs hielt.

Juri Junkov

Herr Bürgel, es ist Halbzeit beim diesjährigen einmonatigen Stimmen-Festival. Mit Lenny Kravitz fand am Sonntag das letzte Marktplatz-Konzert statt. Wie läuft es?

Helmut Bürgel: Ich bin erleichtert, dass Lörrach bisher von keinem Unwetter heimgesucht worden ist. Und zwar vor allem wegen der Konzerte auf dem Lörracher Marktplatz. Das Schlimmste wäre, wenn ich vom Euro Airport die Nachricht erhalten würde, ich müsste den Platz räumen.

Aber geregnet hat es doch in den letzten Tagen.

Gegen Regen und Kälte kann sich das Publikum mit Kleidung schützen. Das Wetter hat uns deshalb zum Glück keine Zuschauer gekostet. Es läuft wettertechnisch sogar besser als in den letzten Jahren.

Das heisst, sämtliche der 17 bisherigen Konzerte waren ausverkauft?

Stimmen-Gründer Helmut Bürgel

Stimmen-Gründer Helmut Bürgel

Nein, ausverkauft waren nur die Abende an den Samstagen und Sonntagen. Es ist auch nicht unser Ziel, dass alle Konzerte bis auf den letzten Platz gefüllt sind. Das würde eine Gleichförmigkeit bedeuten. Manchmal kommen nur 600 Zuschauer.

Das heisst, Sie nehmen finanziellen Verlust also in Kauf?

Nur, weil ein grosser Star nach Lörrach kommt und sein Konzert ausverkauft ist, heisst das nicht gleich, dass wir schwarze Zahlen schreiben.

Nach welchen Kriterien suchen Sie Bands aus, die Sie jeweils für das Festival engagieren wollen?

Die Mischung der Musikstile – vor allem für die Marktplatzkonzerte –, ist sehr wichtig und ist uns dieses Jahr gut gelungen. Wäre die Mischung nicht vielfältig, würde immer dasselbe Publikum angesprochen, das dann höchstens zwei Mal ein Konzert besuchen würde. Und dann kommt es natürlich drauf an, wann die grossen Musiker wie Lenny Kravitz im Kalender noch nicht ausgebucht sind. Im Sommer finden die Festivals alle innerhalb von drei Wochen statt. Die Agenturen der Musiker vergleichen die Angebote und entscheiden – natürlich auch aufgrund der Gage.

Hatten Sie dieses Jahr Probleme mit Musikern?

Nein, zum Glück verlief bisher alles reibungslos. Keine Verschiebungen, keine Absagen.

Das Stimmen-Festival ist ja nahe der Schweizer Grenze. Zieht es daher viele Schweizerinnen und Schweizer nach Lörrach?

Ja, ich stelle fest, dass wir ein trinationales Publikum haben. Dass so viele Schweizer und auch Franzosen kommen, beweist mir, dass das Stimmen-Festival kein lokaler Anlass, sondern für die ganze Region ist.

Auch das Baselbiet ist mit Augusta Raurica als Aufführungsstätte beim Stimmen einbezogen.

In August Raurica wird Anfang August mit Stella Orfeo sogar eine Uraufführung gespielt. Basel und Baselland sind interessiert am Stimmen, und zwar nicht nur an den grossen Besucherzahlen. Stimmen fördert die kulturelle Szene, indem wir in bestimmte Kulturprojekte investieren.