Es stinkt. Und zwar stundenlang. Nicht nur ein bisschen am Morgen in der Früh. Sondern bis zum Mittag. Und das zwei Mal in der Woche, montags und donnerstags. Die Hitze macht es nicht einfacher: Abfall, mitunter Fischreste, und Hitze vertragen sich schlecht. Jedenfalls, was den Geruch betrifft, den die Kombination hervorruft. Auch sonst ist dem stundenlangen Herumstehen von Müllsäcken nichts Positives abzugewinnen.

Doch Beizern und Anwohnern in der Rheingasse bleibt nichts anderes übrig, als mit den stinkenden Abfallbergen zu leben: Anfang Jahr hat sich die Stadtreinigung neu organisiert, unter anderem wurden die Abfuhrtage in manchen Quartieren geändert. Die Bebbisäcke werden seither nicht nur an anderen Tagen, sondern teils auch zu neuen Zeiten abgeholt: Vor der Neuorganisation kamen die Müllmänner morgens in die Rheingasse.

Beizer schreibt an Stadtreinigung

Robert Schroeder, Wirt des Restaurants Zum Schmale Wurf, stinkt es. «Gäste sprechen uns oft darauf an. Die einen fragen, ob die Müllabfuhr streikt; andere glauben, wir hätten die Bebbisäcke zu spät auf die Strasse gestellt.» Im Sommer laufe ausserdem im Restaurant mehr als sonst, was sich auf die Abfallmengen auswirke – mehr Betrieb, mehr Müll.

Gern würde Robert Schroeder die Säcke wie die Kollegen vom benachbarten Hotel Hecht in einem Container zwischenlagern, damit es vor seiner Beiz anständig aussieht; doch das Haus und entsprechend die Kellertreppe seien zu schmal dafür.

In der Hoffnung, man möge bei der Stadtreinigung über die Bücher gehen, hat Schroeder den Verantwortlichen nun geschrieben: «Die Situation ist unbefriedigend und präsentiert die Altstadt auch während internationaler Messen wie der Art nicht von einer sauberen und wohlstrukturierten Seite», schreibt er – und bittet um «eine Stellungnahme oder um Behebung des Missstands». Die Anfrage ist in Arbeit.

André Frauchiger vom Basler Tiefbauamt signalisiert gegenüber der bz, dass sich der Aufwand Schroeders durchaus lohnen könnte: «Geht es um den Abfall von Gewerbe- und Restaurationsbetrieben, haben diese die Möglichkeit, sich mit ihren Anliegen an die Stadtreinigung zu wenden. Individuell wird geprüft, mit welchen Massnahmen eine Verbesserung erzielt werden kann.»

Müll stinkt bis zum Mittag

Für den normalen Hauskehricht hingegen würden die im Abfallkalender aufgeführten Zeiten gelten: Abends darf der Sack nicht vor 19 Uhr auf die Strasse gestellt werden, morgens muss er bis 7 Uhr parat stehen. Sonst wird gebüsst. Mitarbeiter des Amts für Umwelt und Energie sind auf der Lauer.

Denn Müll, der lange herumgammelt, gibt kein schönes Stadtbild ab. Das finden auch die Leute in der Rheingasse. So schnell wird sich an der Situation wohl aber nichts ändern: «Bezüglich Hauskehricht-Entsorgung wird die Rheingasse nach neuem Abfuhrplan am Nachmittag bedient. Eine kurzfristige Änderung ist nicht geplant», sagt Frauchiger. Selbst wenn also eine Lösung für die Beizen gefunden würde, bliebe es dabei: Der Müll stinkt bis zum Mittag.

Wenn allenfalls irgendwann auch nur noch aus privaten Bebbisäcken: «Die Hauskehricht-Entsorgungsgruppen arbeiten täglich von 7 bis 16 Uhr. Es ist unumgänglich, dass es je nach Strasse und Quartier unterschiedliche Abfuhrzeiten gibt», sagt Frauchiger.

Einen Lichtblick gibt es für Schroeder dennoch: Das Hotel Hecht baut derzeit um – und eine Abfallpressmaschine ein. Sollte sich vonseiten Stadtreinigung nichts tun, dürfte der Abfall des «Zum Schmale Wurf» künftig im «Hecht»-Keller auf die Abfuhr warten. Allerdings ist die Maschine erst im Winter betriebsbereit.