Trödler

Strafgebühren für ewige Studenten in Basel? Eine zweifelhafte Massnahme, findet die Skuba

Betroffen wären zurzeit 360 Langzeitstudierende, von denen die meisten an der Philosophisch-historischen Fakultät studieren. (Symbolbild)

Betroffen wären zurzeit 360 Langzeitstudierende, von denen die meisten an der Philosophisch-historischen Fakultät studieren. (Symbolbild)

Mit Strafen zum Abschluss-Erfolg: Der Skuba-Präsident Alexander Powell glaubt nicht, dass die geplanten Bussen zu mehr fristgerechten Abschlüssen anspornen. Zudem seien die finanziellen Auswirkungen auf die Uni nur gering.

Wer zu lange an der Universität Basel studiert, soll bestraft werden – mit doppelter Gebühr pro Semester. Diese Regelung will das Rektorat der Universität Basel einführen, wie es in einem Bericht heisst, den die «Schweiz am Wochenende» publik gemacht hat. Dies, weil die Langzeitstudenten «eine besondere Herausforderung» darstellen würden. Denn wer zu lange studiert, der kostet die Uni auch mehr. Die pro Studierenden-Kopf entrichteten Semestergebühren sind noch lange nicht kostendeckend angesetzt.

Konkret betrifft das Studierende im Bachelor ab dem 13. Semester und diejenigen im Master ab dem 9. Semester. Geht alles nach Plan des Rektorats – also schlank durch den Unirat, die Fakultäten und die Studierendengremien –, träte die neue Regelung bereits ab Herbstsemester 2021 in Kraft.

Betroffen wären zurzeit 360 Langzeitstudierende, von denen die meisten an der Philosophisch-historischen Fakultät studieren. 219 überziehen zurzeit im Bachelor-Studiengang, 141 im Master. Zum Vergleich: Per Herbstsemester 2019 studieren an der Uni Basel 5994 Personen auf Bachelor-Stufe, 3910 auf Master-Stufe. Das heisst, dass auf beiden Stufen lediglich je 3,6 Prozent der Studierenden länger für den Abschluss brauchen als vorgesehen.

Kritik an den Plänen erfolgt nun auch vom Präsidenten der studentischen Körperschaft skuba der Uni Basel: Alexander Powell glaubt nicht, dass die Massnahme in dieser Form produktiv sei, insbesondere nicht unter der Voraussetzung, dass sie Studierende zu einem zeitgerechten Abschluss des Studiums motivieren soll.

Finanzielle Auswirkungen auf die Uni wären gering

«Es gibt keine feste Grundlage für diese Hypothese», so Powell. «Obwohl an mehreren anderen Schweizer Universitäten, etwa in Bern, ähnliche Massnahmen bereits eingeführt wurden, scheint das Rektorat die empirischen Ergebnisse dieser Massnahmen kaum analysiert zu haben.» Hinzu komme, dass es keine grossen Bemühungen gegeben habe, die eigentlichen Gründe hinter der langen Studienzeit herauszufinden.

Die finanziellen Auswirkungen der Langzeitstudierenden-Strafe für die Universität seien laut Powell zudem sehr gering. «Wenn man bedenkt, dass die gesamten Studiengebühren nur rund 0,02 Prozent des Budgets der Universität ausmachen, kommt man zum Schluss, dass es keine sinnvollen finanziellen Gründe hinter der Massnahme geben kann.» Gleichzeitig sei allerdings zu bedenken, dass die Folgen jeglicher Gebührenerhöhungen auf Seiten der Studierenden beträchtlich sein können.

Dennoch verteidigt Powell das Rektorat: «Scheinbar hat das Rektorat den Auftrag, eine Massnahme für den Umgang mit Langzeitstudierenden auszuarbeiten, vom Universitätsrat bekommen. Es konnte nur noch versucht werden, das Beste daraus zu machen.» Dass keine Studienzeitbeschränkung wie an der Zürcher ETH vorgeschlagen wurde oder eine mehrfache Verdoppelung wie in Bern zeuge angesichts dessen von Augenmass bei der Planung.

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