Es war eine mittlere Sensation, als im November 2012 der Grossaktionär Thomas Straumann für 150 Millionen Franken einen Zehnprozent-Anteil seiner Firma an den Staatsfonds GIC (Government of Singapore Investment Corporation) verkaufte. Er tat das nicht ganz freiwillig, denn er musste «unternehmerischen Pflichten nachkommen», wie er damals der bz sagte. Kurz: Er brauchte Cash. Sein Aktienanteil sank damals von 27 auf 17 Prozent.

Riesengewinn für Singapur

Jetzt hat Straumann für 200 Millionen Franken 530 000 eigene Aktien von GIC zurückgekauft. Insgesamt hat GIC 1,4 Millionen Aktien verkauft und nahm dabei 540 Millionen Franken ein. Ein gutes Geschäft, denn der Kaufpreis pro Aktie lag unter 100 Franken. Zwischenzeitlich stieg der Kurs über 400 Franken, wobei es gestern einen Abschlag von über fünf Prozent gab (Schlusskurs 381.50 Franken). GIC realisierte damit einen Kursgewinn von mehreren hundert Millionen.

Aus dem Kässeli bezahlt

Finanziert werde der Aktienrückkauf durch den überwiegenden Teil der aktuell überschüssigen Liquidität. Der Straumann-Cashflow habe trotz jüngster Firmenzukäufe und Wachstumsinvestitionen den Aufbau einer Liquiditätsposition von über 300 Millionen ermöglicht.

Bereits am Vorabend war bekannt geworden, dass der zweitgrösste Einzelaktionär GIC seine Beteiligung von 14 auf unter fünf Prozent reduzieren will. Einen Teil davon sicherte sich nun Straumann.

Neuer «Ankeraktionär»?

Verwaltungsratspräsident Gilbert Achermann erklärte: «Dies ist eine gute Gelegenheit, uns ein signifikantes Aktienpaket zu sichern und als eigene Aktien zu halten, was uns strategische Flexibilität durch eine Reihe von Handlungsoptionen gibt; darunter die Möglichkeit, einen weiteren Ankeraktionär für die Gruppe zu finden.» Denkbar sei auch, das Aktienkapital zu reduzieren.

«Aktie weiterhin attraktiv»

Die erfolgreiche Platzierung des GIC-Pakets zeige, dass Straumann weiterhin eine attraktive Anlagegelegenheit sei, meint Carla Bänziger von der Bank Vontobel gegenüber «Finanz und Wirtschaft». Ausserdem demonstriere der Umstand, dass Straumann selbst etwas mehr als ein Drittel der platzierten Aktien erworben hat, die Zuversicht des Managements für die Zukunft des Unternehmens. Bänziger bestätigt ihre Empfehlung «kaufen».