Im Rahmen der Sanierung von Tramgleisen, Fahrbahn und Leitungen will die Regierung die St.-Alban-Anlage zwischen Hardstrasse und Gellertstrasse umgestalten und sicherer sowie die Haltestelle behindertengerecht machen. Ihre vor knapp einem Jahr präsentierte Vorlage rechnet mit Gesamtkosten von gut 11,3 Millionen Franken.

Die Tramhaltestelle soll dabei näher an die St.-Alban-Tor-Anlage gerückt werden, damit der Autoverkehr in Richtung Stadt künftig durch die Haltestelle geführt werden kann. Stadteinwärts ist eine Kaphaltestelle vorgesehen, die für Velos einen Bypass erhalten soll, stadtauswärts soll es bei einer Inselhaltestelle bleiben.

Die Vorlage sieht zudem die Verlängerung des Rasentrassees für das Tram bis zum St.-Alban-Tor vor. Heute bleibt der 3er so bei Staus auf der Strasse stecken; ein Eigentrasse würde den Fahrplan sichern. 18 Parkplätze sollen dafür wegfallen, dies als Bestandteil der oberirdischen Kompensationen für das künftige Parking Kunstmuseum.

Streit um Parkplätze

Primär um diese Parkplätze stritten die Lager in der Uvek, wie dem am Freitag publizierten Bericht zu entnehmen ist. Diese Differenz dürfte auch das Parlamentsplenum beschäftigen, wurde doch in der Kommission mit einem Stimmenverhältnis von sieben gegen sechs sehr knapp entschieden.

Der Rechten sind Parkplätze wichtiger als das Tram-Eigentrassee. Auch der erwartete Stau des motorisierten Individualverkehrs (Miv) hinter der Kaphaltestelle zu Stosszeiten ist ihr ein Dorn im Auge; stattdessen brauche es eine eigene Miv-Fahrspur.

Insgesamt verschlechtere die unausgewogene Vorlage die Situation für den Miv "erheblich". Die bürgerliche Uvek-Minderheit will sie deshalb zurückweisen und überarbeiten lassen.

Platz für Autos oder Bäume

Die Regierung wollte nicht die Strasse verbreitern zugunsten einer eigenen Miv-Fahrspur, dies laut Uvek wegen des dafür nötigen "massiven Eingriffs" in den Stadtmauer-Park. Verloren gingen neben Grünfläche auch vier bis fünf Bäume, und eine Umzonung wäre nötig. Die Uvek-Mehrheit teilt diese Regierungshaltung.

Die Linke pocht zudem auf der Einhaltung des Parking-Deals; zudem kosteten technische und Sicherheitsvorgaben ohnehin die Hälfte der Parkplätze. Der 3er transportiere täglich 5600 Fahrgäste; deren Interessen gingen jenen der Nutzer von neun Parkplätzen vor.