Baurekurskommission Basel-Stadt

Streitpunkt Innenhof: Minihaus im Gundeli darf nicht gebaut werden

In diesem Innenhof hätte das Minihaus gebaut werden sollen..

In diesem Innenhof hätte das Minihaus gebaut werden sollen..

Das geplante Minihaus im Gundeldingerquartier stösst auf grossen Widerstand. Die Anwohner rund um den Innenhof, in dem das Haus gebaut werden soll, stellen sich hartnäckig gegen das Projekt. Jetzt hat die Basler Baurekurskommission entschieden.

Ein kleines Haus erhitzt derzeit im Basler «Gundeli» die Gemüter. Konkret geht es um ein Öko-Minihaus aus Holz, welches im Garten der Liegenschaft Gundeldingerstrasse 151 gebaut werden soll. Bauherrin ist die Evangelische Bau- und Wohngenossenschaft Basel. Diese hat beim Kanton das Projekt für das Minihaus eingereicht, ursprünglich ein zweistöckiges Häuschen.

Nach diversen Abklärungen, unter anderem wegen geschützter Birken, war die finale Version ein einstöckiges, L-förmiges Projekt von rund 50 Quadratmetern – auf Pfählen wegen der Wurzeln und mit einer Höhe von etwa dreieinhalb Metern.

Der Innenhof, in dem das Haus zu stehen kommen soll, entsteht durch die Häuserzeilen Gundeldingerstrasse, Solothurnerstrasse und des Winkelriedplatzes. Verschiedene Anwohner-Parteien wehrten sich gegen das Bauprojekt. Sie erhoben Einsprache gegen das 2019 veröffentlichte Baugesuch und fochten schliesslich im Mai dieses Jahres den Entscheid des Bau- und Gastgewerbeinspektorats für das Minihaus an. Der Grund: Das Bauvorhaben zerstöre die für den städtischen Blockrandbereich typische Hinterhofsituation, wobei gleichzeitig lediglich ein geringer Wohnraum realisiert werden könne.

Kein «Tiny House» sondern ein Minihaus

Die Baurekurskommission hat vergangene Woche einen Augenschein vorgenommen. Die beiden Parteien hatten die Möglichkeit, sich vor Ort zu äussern. Es handle sich jedoch nicht wie erwähnt um ein sogenanntes «Tiny House», sondern um ein Minihaus, stellte die Bauherrschaft klar. Von «Tiny House» rede man nur bis zu 40 Quadratmetern.

Jetzt liegt das Urteil vor. Und das dürfte wegweisend sein für ähnliche Bauvorhaben in Innenhöfen. Der Rekurs wurde gutgeheissen und der Einspracheentscheid sowie der Bauentscheid aufgehoben. Heisst: Das Minihaus darf nicht gebaut werden.

Die schriftliche Begründung erhalten alle Parteien voraussichtlich im Januar. Anschliessend besteht für die Bauherrschaft und das Bau- und Gastgewerbeinspektorat die Möglichkeit, den Entscheid beim Appellationsgericht anzufechten. Die Bauherrschaft wollte sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht äussern.

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