03.23 Uhr ist es. Die Feierlichkeiten auf dem Barfi sind endgültig vorbei. Der FCB ist nun auch offiziell Schweizer Meister. Der Kübel ist in Basel. Einmal mehr, das darf an dieser Stelle gesagt sein. Nun darf man auch offiziell feiern. Traditionell. Wie seit eh und je und seit sechs Jahren in Folge: Auf dem Seibi. 

Es ist 03.23 Uhr. Es ist Zeit, für das Papa Joe's, den Ort wo die offizielle Meisterfeier stattfindet, zu schliessen. Die Mannschaft ist weiter gezogen. Denn das Ende im Papa Joe's ist auch der Anfang der Afterhour-Parties. 

Es ist die Zeit, in der sich die Diskussionen bei den anwesenden Journalisten nicht mehr um den Meistertitel des FCB, sondern viel mehr um die Planung der nächsten Woche, das Endspiel in der Champions League und jenes im Schweizer Cup drehen. 

Denn genau letzteres Spiel, vorausgesetzt natürlich der FCB gewinnt gegen den FC Sion, könnte für jene Feier sorgen, die sich der FCB – und sicher auch seine Fans – wünscht. Eine spontane Feier. Wirklich spontan. Unerwarteter als alle Meisterfeiern der letzten Jahre. Und vor allem fast schon wieder neu. Seit 2012 konnte der FCB im Cup nämlich nie mehr reüssieren. Es ist also höchste Zeit. 

Aber die 6. Meisterfeier in Serie, sie war trotz einer gewissen Routine speziell. Speziell schön, weil einer seinen Abschied feiern durfte. Einer, der heute sein letztes Meisterschafts-Spiel spielen durfte – und sogar noch treffen konnte: Marco Streller. «Es war schön. Und es berührt mich immer noch, wenn ich hier raus auf den Balkon komme», sagte der Captain, bevor er zum Lob seiner Team-Kameraden überging. Waren es in den letzten Jahren immer Basler – sprich Huggel oder Streller – die als Zeremonienmeister durch die Feier führten, gebührte die Ehre dieses Mal zwei anderen. 

«Behrang und Davide haben das hier aussen gerockt. Das war Weltklasse.» Und vor allem Davide Callà machte einen super Job. Sich an das grosse Erbe des Zeremonienmeisters zu wagen – mutig. Es dann auch noch zu meistern – chapeau. Das Einzige, was man an Callàs Performance bemängeln kann, ist sein Dialekt. Aber lieber Davide, wir haben auch Yann ins Herz geschlossen, trotz seinem Dialekt, den wir ihm nie ganz abgewöhnen konnten. 

Am nächsten Sonntag könnten die Feierlichkeiten also bereits weiter gehen. Spontaner. Unverhoffter. Vielleicht auch einen Tick überraschender. Auch wenn Streller sagt, dass es «keine Spur von Routine» gäbe, denn «die Jungs sind Weltklasse im Kicken, aber auch im Feiern.»

Aber spontan ist eben doch immer schöner. Aber das ist alles egal. Denn heute haben wir mit dem FCB gefeiert. Mit allen Spielern, Trainern, Betreuern und Vorstands-Mitgliedern. Von der Nummer 1 bis zur Nummer 9, die für einmal als allerletztes den Balkon betreten durfte. 

Wir haben gefeiert, mit den Spielern, dem Kübel, und den dazugehörigen Songs. Wir haben gefeiert, bis 03.23 Uhr. Bis es Zeit war, die Spieler in ihren wohlverdienten privaten Ausgang zu entlassen. Bis es Zeit war, diesen Text zu schreiben. Wir wollen schliesslich alle teilhaben lassen. Denn ob spontan oder geplant, am Ende feiert ganz Basel.