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Streller: «Sommer und Stocker ersetzen? Das ist fast unmöglich»

Marco Streller: «Ich geniesse die WM mit Bier und Bratwurst»

Marco Streller: «Ich geniesse die WM mit Bier und Bratwurst»

Marco Streller plauderte gestern zusammen mit anderen aktuellen und ehemaligen Nati-Stars über die Abgänge beim FC Basel, erste Treffen mit seinen ehemaligen Mitspielern und darüber, wie er die WM geniessen wird.

Heute Abend um 22.40 hebt die Schweizer Nationamannschaft in Richtung des sicheren Hafens, Porto Seguro, ab, wo sie für die nächsten Wochen und hoffentlich über die Gruppenphase hinaus residieren wird.

Nicht mit an Bord ist Marco Streller, Captain des FC Basel und seit 2011 aus der Nati zurückgetreten. Bei der Nike-Store-Eröffnung beantwortete er Fragen und erzählte ein paar Geschichten.

Marco Streller, ihre Kollegen reisen heute nach Brasilien ab und sie bleiben hier...

Streller: «Nein, ich reise auch ab, einfach in die Ferien (lacht)! Die WM ist ein grossartiger Event, den ich extrem gut verfolgen werde.»

Wären Sie nicht auch gerne mit dabei?

«Nein, ich bedauere es überhaupt nicht. Ich habe bereits eine WM erlebt und mag es den Jungs gönnen, dass sie jetzt nach Brasilien fahren dürfen. Ich bin einfach als Fan dabei.»

Wie kann man sich das vorstellen?

«Ich trinke ein Bier, esse eine Bratwurst und wünsche dem Team viel Glück.»

Mit Xherdan Shaqiri haben sie einst beim FCB zusammengespielt. Können Sie sich noch an die erste Begegnung mit ihm erinnern?

«Das war, als Xherdan noch in der U12 war. Ich spielte nach einer Verletzung in der U21, und dann haben wir uns das erste Mal getroffen. Und heute freuen wir uns jedes Mal, wenn wir uns wieder sehen.»

Ungewohnt viel Freizeit

Freuen, das konnten sich die Spieler auch über zwei freie Tage nach der ersten Vorbereitungs-Phase in Weggis. Doch was machen Yann Sommer und Granit Xhaka, wenn sie mal zwei Tage zur Verfügung haben?

Sommer: «Ich bin daran, meine Wohnung zu räumen und meinen Umzug vorzubereiten.» Weil der künftigen Nummer 1 von Borussia Gladbach zwei Tage aber nicht reichen, ist er auf Unterstützung angewiesen, «zum Glück habe ich eine Mutter, die mir dabei hilft!»

Wann das Abenteuer Gladbach für Sommer los geht, weiss er noch nicht genau: «Ich denke, Ende Juli wird es so weit sein.»

Während Sommer sich um seine Zukunft kümmert und seine Wäsche für Brasilien wäscht, wie er erzählt, versucht Granit Xhaka, einen Fehler aus der Vergangenheit schön zu reden. Vor der Partie gegen Jamaika bezeichnete er seine Gegner als Afrikaner – obwohl die Insulaner von der Karibik kommen. «Geografie ist nicht meine Stärke. Hätte man mir eine Mathematik-Aufgabe gestellt, hätte ich diese mit Sicherheit richtig gelöst.»

Grosse Erwartungen

Nach den Ausflügen in das Privatleben der Nati-Stars, wird der Fokus aber wieder auf den Sport gelenkt. Was kann die Schweiz an der WM erreichen? Nicht nur Streller traut dem Team viel zu, sondern auch Shaqiri gibt sich gewohnt selbstbewusst: «Der Stellenwert unseres Teams ist viel höher als 2010. Wir haben uns weiterentwickelt und sind viel talentierter als noch vor vier Jahren. Wenn wir gute Spiele machen, dann kommen automatisch auch die guten Resultate.»

Dass nicht nur die Einstellung, sondern auch die Stimmung im Team stimmt, erzählt Sommer: «Ja, die Stimmung ist super. Wir wollen Erfolg für unser Land haben und unser Land stolz machen.» Sommer selber wird in Brasilien wohl nicht zu allzu viel Spielpraxis bekommen. Das stört den künftigen Bundesligisten aber nicht: «Es ist schön, einmal  die Nummer zwei zu sein. Die Hierarchie in der Nati ist klar, Diego Benaglio ist ganz klar die Nummer 1 im Tor. Es geht nicht um jeden Einzelnen, sondern um das Team.»

Während er im Nati-Dress nur an zweiter Stelle kommt, war er in Basel die unbestrittene Nummer 1, die grosse Fusstapfen hinterlässt.

Streller zeigt sich, angesprochen auf Sommers und Valentin Stockers Abgang, etwas sentimental: «Es wird menschlich und sportlich sehr schwer, die beiden zu ersetzen. Es ist immer schwierig, die Abgänge von Leistungsträgern irgendwie wett zu machen. Und die Beiden zu ersetzten, ist fast unmöglich. Aber wir mussten schon bei Xherdan und Granit da durch. Irgendwie muss es weitergehen.»

Weiter geht es mit Sicherheit für Streller und Co. Der FC Basel beginnt bereits am 18. Juni mit der Vorbereitung für die Rückrunde. Ob dann noch weiter Abgänge zu verkraften sein werden, wird sich zeigen.

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