FC Basel

Streller über Finks Abschied: «Spieler hatten Tränen in den Augen»

«Ich habe einen grossen Förderer verloren», sagt FCB-Captain Marco Streller zum Abgang von Trainer Thorsten Fink. Der Abschied sei hoch emotional gewesen: «Man sah Spieler, die Tränen in den Augen hatten.»

Marco Streller, Sie haben am Mittwochabend vom Abgang Finks gehört. Wie erging es Ihnen dabei?

Marco Streller: Es war eine grosse Leere in mir. Ich konnte nicht gut schlafen und habe viel nachgedacht. Sicher ging es Fink auch so. Sein Herz hat ihm wohl gesagt, hier zu bleiben, sein Verstand hat ihm klar gemacht, dass er eine grosse Chance hat.

Sind Sie von Fink enttäuscht?

Es berührt mich sehr, weil ich einen grossen Förderer verloren habe. Es hat auch menschlich gepasst. Fink hatte ein gewisses Flair, war nahe am Team, das aber trotzdem Respekt vor ihm hatte. Als ich in die Bundesliga gewechselt habe, habe ich mich eine Woche lang katastrophal gefühlt, hätte nur die ganze Zeit heulen können. Ich glaube so fühlt er sich auch. Seine Chance ist gekommen. Man weiss nie, ob sie einmalig war. Deshalb muss man das akzeptieren. Es ist ihm schwer gefallen.

Wie schwierig war der Abschied?

Seine Ansprache heute Morgen war hoch emotional. Man sah Spieler, die Tränen in den Augen hatten. Er ist mir als Trainer und als Mensch sehr ans Herz gewachsen und ist ein grosser Verlust für uns. Der HSV hat einen grossartigen Trainer geholt, der Erfolg haben wird.

Was zeichnet Fink fachlich aus?

Er hat klare Vorstellungen. Vor dem Manchester-Spiel sagte er mir: «Ich will dort gewinnen.» Das ist für Schweizer Verhältnisse untypisch. Aber wir hätten dort tatsächlich fast gewonnen. Es war kein gemauertes 0:0, sondern ein 3:3, wobei ein Sieg nicht gestohlen gewesen wäre. Er hat uns den Glauben an unsere Stärken perfekt vermittelt.

Nach einem schwierigen Start in die Saison lief nun alles perfekt. Befürchten Sie wieder einen Bruch?

Ich glaube, dass Fink sich diese Frage auch gestellt hat und Heiko Vogel eine Mannschaft übergibt, die extrem intakt ist, Vertrauen hat und gut funktioniert. Mittlerweise wissen wir nicht mehr, was es bedeutet, zu verlieren. Es wird sich nicht viel ändern.

Hat das Team das absolute Vertrauen in den neuen Trainer Vogel?

Das haben wir. Er war nahe am Team und hat eine sehr hohe Fachkompetenz. Seine Spielphilosophie ist ähnlich wie diejenige Finks. Jetzt kommt es auf den Charakter von uns Spielern an. Wir müssen diesen Wechsel akzeptieren. Und ich kann garantieren, dass das der Fall sein wird. Die Führungsspieler stehen voll hinter dem neuen Trainer. (cav)

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