Fasnacht

Strengere Regeln: Das Basler Fasnachts-Comité hat nicht vor, auf Chaisen zu verzichten

Das am Fasnachts-Montag gestürzte Pferd am Cortège. zvg

Das am Fasnachts-Montag gestürzte Pferd am Cortège. zvg

Nach zwei Unfällen mit ausgerutschten Pferden an den Fasnachts-Cortèges 2019 passt das Fasnachts-Comité seine Richtlinien für den Pferde-Einsatz vor. Klar ist: Die Verantwortlichen für den Cortège haben nicht vor, auf Pferde zu verzichten.

Für die Beistehenden sah es atemberaubend aus: Ein Pferd rutscht am Steinenberg während des Fasnachts-Cortège aus und fällt zu Boden. Rund eine halbe Tonne Lebendgewicht strauchelnd auf dem Boden, das hinterlässt einen tiefen Eindruck. Entsprechend meldeten sich Tierschützer, die bereits vergangenes Jahr gegen Einsatz von durch Pferde gezogenen Chaisen protestiert hatten. Bei wechselhaftem Wetter wiederholte sich das Schauspiel am Cortège vom Mittwoch, auch hier fiel ein Pferd zu Boden. Nur wenige Meter von der ersten Unfallstelle entfernt.

Nun hat das Fasnachts-Comité entschieden, den Einsatz von Pferden stärker zu reglementieren. Auf einen Verzicht von Pferde-Einsätzen tritt das Comité allerdings nicht ein, entgegen den Forderungen von Tierschützern. Die Massnahmen umfassen zum einen die Entschärfung der Route für Pferde, indem der Steinenberg zwischen Barfüsserplatz und Bankverein nicht mehr beschritten wird. Dadurch erhalten die Pferde eine zusätzliche Entlastung, wie es in einer Mitteilung vom Freitag heisst.

Einsatz nur nach Prüfung

Zudem organisiert die Interessengemeinschaft (IG) Chaise einen Rundgang mit einem Kutscher, der die gesamte Cortège-Route auf kritische Stellen hin überprüft. Diese Massnahmen erfolgen zu den bereits bestehenden Kontrollen von Einsatzbereitschaft, Gesundheit und Erfahrung der Pferde während der Basler Fasnacht. 

Konkret besteht eine Deklarationspflicht zu Kutschern und Pferden, die entsprechende Ausbildungen, Lizenzen und Erfahrungen verfügen müssen. Das Comité weist darauf hin, dass 2019 das Basler Veterinäramt bei drei Pferden deshalb Vorbehalte angemeldet habe; zwei Pferde wurden daraufhin ausgewechselt, der Einsatz des dritten wurde aufgrund nachgereichter Dokumentationen erlaubt. 

Zudem bestehen an diversen Standorten der Routen Pausenzonen und Ruheplätze für Pferde bereit. Eine Platztierärztin kümmert sich zusätzlich um die medizinische Versorgung der Tiere, was sich auch nach den Stürzen 2019 bewährt habe. Darüberhinaus verstärke das Fasnachts-Comité seine Informationskampagne zum richtigen Verhalten gegenüber Pferden.


Ebenfalls am Freitag demonstrierten deswegen die betreffenden Tierschützer erneut gegen Pferde am Cortège. Sie schütteten am Abend vor dem Comité-Büro am Blumenrain einen Haufen Pferdemist auf, um zu zeigen, dass sie diese Haltung «so einen Mist» fänden.

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