Die Sommerferien sind vorbei: Für die 12 284 eingeschriebenen Studentinnen und Studenten beginnt heute an der Universität Basel das Herbstsemester 2012. Unter ihnen befinden sich auch 1800 Neuimmatrikulierte. Gerade sie sind besonders stark von der Knappheit von kleinen Wohnungen mit Preisen unter 1000 Franken und WG-Zimmern betroffen. Wer bis jetzt noch nichts gefunden hat, gerät langsam aber sicher unter Zugzwang.

«Was Zimmer angeht, sowohl möbliert, als auch unmöbliert, ist bei uns derzeit fast alles ausgebucht», sagt Chaim Howald vom Verein Studentische Wohnvermittlung und Zimmerbörse (Wove). Trotzdem kommen noch täglich Anfragen. «Das ergibt eine deutlich zweistellige Zahl an Interessenten, denen wir nichts vermitteln können.»

WG als Vorteil für Studenten

Der Leerstand in Basel liegt bei rund 0,47 Prozent. «Als nicht zahlungskräftige Mieter haben Studenten deshalb entsprechend Mühe, auf dem freien Markt Wohnraum zu finden», sagt Howald von der Wove. Michael Klatz von der Basler Fachstelle Stadtwohnen sieht aber auch durchaus Vorteile von Studenten auf Wohnungssuche: «Sie können sich in Wohngemeinschaften zusammenschliessen und haben so häufig bessere ökonomische Ressourcen als eine Familie, die denselben Wohnraum benötigt.»

Die Wove ist an verschiedenen Projekten beteiligt, die Wohnraum für Studenten generieren sollen. Beispielsweise auf der Erlenmatt. «Dort sind 60 bis 70 Wohnungen für Studenten geplant. Diese sind aber kaum vor 2014 oder 2015 bezugsbereit», sagt Howald. In den letzten fünf Jahren habe die Zahl kleiner Wohnungen in Basel massiv abgenommen. «Das hat vor allem mit der Aufwertung des Wohnraums durch den Kanton zu tun», so Howald.

Rolf Borner, Leiter des Portfoliomanagements bei Immobilien Basel-Stadt, betont aber, dass sich die Stadt für studentischen Wohnraum einsetze: «Wir beobachten den Immobilienmarkt laufend und nutzen Gelegenheiten gezielt.» Dadurch würden sich jeweils auch Möglichkeiten für Zwischennutzungen ergeben, wo unter anderem auch Studentenwohnen möglich sei. «Bei entsprechend geeigneten Gebäuden in unserem Portfolio suchen wir regelmässig den Kontakt mi der Wove», so Borner. Und: Beispielsweise auch im Neubauprojekt Volta-Ost im Quartier St. Johann seien Studentenwohnungen geplant.

Wunsch nach mehr Wohnraum

«Mieter wünschen sich heute mehr Quadratmeter pro Person, als noch vor zehn, zwanzig Jahren», sagt Michael Nickert, Mandatsleiter beim Immobiliendienstleister Adimmo AG. Dieser Trend sei seit Längerem klar zu erkennen. Auch weil deshalb vermehrt grössere Wohnungen auf Kosten kleinerer entstehen, reiche das vorhandene Angebot an kleinen Wohnungen unter 1000 Franken nicht aus, um die Nachfrage zu decken. Zudem befürchten Studenten häufig, bei Vermietern nicht beliebt zu sein. Die Adimmo AG sei sStudenten gegenüber aber völlig offen, so Nickert. «Wir analysieren jeden Interessenten aufgrund einheitlicher Kriterien – und dabei spielt es keine Rolle, ob dieser Student ist oder nicht.»