Uni Basel

Studenten und Alumni wollen keinen Campus in Liestal

Weg aus dem Kollegienhaus: In Liestal könnten bis zu 3000 Studierende der Jus- und Wirtschaftswissenschaften untergebracht werden. (Archiv)

Weg aus dem Kollegienhaus: In Liestal könnten bis zu 3000 Studierende der Jus- und Wirtschaftswissenschaften untergebracht werden. (Archiv)

Sowohl die Studentische Körperschaft (Skuba) als auch Alumni Basel lehnen die Auslagerung von Fakultäten nach Liestal ab. Auch LDP-Grossrat Conradin Cramer befürchtet, dass die Uni Basel dabei an Attraktivität verlieren würde.

Die ersten Reaktionen auf die Idee eines Uni Campus am Bahnhof Liestal fielen mehrheitlich positiv aus. Nun aber werden äusserst kritische Töne laut. Längst nicht alle begrüssen die publik gewordenen Pläne der Uni Basel. «Ich sehe den Standort Liestal als Nachteil», sagt Roman Baumann, Präsident des Vereins Pro Iure. Pro Iure gehört zum Ehemaligennetzwerk Alumni Basel und setzt sich für die Förderung der Beziehungen zwischen der juristischen Fakultät der Universität Basel und ihren Absolventen ein. Für potenzielle Studierende sei Liestal viel weniger attraktiv. «Ich bin schon lange nicht mehr Student, aber denke, dass Zürich, Bern und Basel mit ihrer Anziehungskraft als Uni-Standort besser geeignet sind», so Baumann.

Betroffen wären mit der juristischen sowie der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät bis zu 3000 Studierende. Baumann sieht der Entwicklung jedoch noch gelassen entgegen: «Das Ganze ist ja in einer Sondierungsphase und noch lange nicht in Stein gemeisselt.»

Skuba missbilligt Idee

Gemäss Univertrag war es schon länger angedacht, dass Fakultäten im Kanton Baselland beheimatet werden sollen. Diese ländliche Beheimatung ist jedoch nicht im Sinne der Skuba. Für eine persönliche Stellungnahme waren der Präsident der Studentenvertretung Adrian Mangold und Vize-Präsident Max Hufschmidt telefonisch nicht zu erreichen. In ihrer Medienmitteilung machen sie aber keinen Hehl aus ihrer Ablehnung gegenüber der Idee einer Auslagerung der Studierenden.

Die Skuba spricht von einer «massiven Erschwerung des Studiums», und es würde mit der Auslagerung «die Einheit der Universität Basel zerstört». Da keine grösseren Hörsäle in Liestal geplant wären, müssten gemäss Skuba die Studierenden jeden Tag zwischen dem Kollegienhaus beim Petersplatz und der Fakultät in Liestal pendeln, was für die Studierenden viel Zeitaufwand mit sich bringen würde und für gewisse auch «finanzielle Folgen» hätte.

Einig zeigt sich die Skuba mit Baumanns Aussage, welche sich auf die Attraktivität des Standortes Liestal für Neustudierende bezieht. Insbesondere interdisziplinäre Studierende müssten mit dem Pendeln zwei Studienfächer unter einen Hut bekommen. Diese zusätzliche Belastung sei ihrer Meinung nicht zu verantworten. Sollte ein Uni Campus tatsächlich am Bahnhof in Liestal entstehen, erwartet Baumann eine zeitliche Anpassung der Vorlesungen.

Regierungskandidat gegen Umzug

Auch LDP-Grossrat und Regierungsratskandidat Conradin Cramer kritisiert die Umzugspläne der Uni. Im Interview mit dem Regionaljournal von Radio SRF sagt Cramer: «Für den Austausch unter den Studierenden ist die Distanz zwischen Liestal und den übrigen Uni-Standorten schlecht.» Die Uni Basel würde mit der Ansiedlung an nationaler und internationaler Ausstrahlung verlieren. «Weniger Studierende wären bereit, in einer Kleinstadt wie Liestal zu studieren», kritisiert der Jurist.

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