Ein gefundenes Fressen für die Zofingia. An der 130. Ausgabe des Zofingerconzärtli ist der FCB-Sportchef Marco Streller eine «Lyyche». Neben Ueli Vischer und Johann Schneider Ammann gehört er zu den Prominenten, welche dieses Jahr an der traditionellen Vorfasnachtsveranstaltung die Sprüche der Studentenverbindung über sich ergehen lassen müssen.

Mit einem Britney-Spears-Song beklagt sich Marco Streller alias Gaggo Verzeller beim FCB-Präsidenten Bernhard Burgener: «Ich bi elai dr Sündebock. Mit dim Konzäpt, do hesch mi gschockt.»

Streller, der an der Premiere in der ersten Reihe sitzt, kriegt sich kaum ein vor Lachen. «Ich bin ein Mensch, der sehr gern über sich selber lacht», verrät der FCBler. Und: «Ich habe mit härteren Sprüchen gerechnet. Es kommt auch durch, dass ich ein liebenswerter Mensch bin. Zu lieb vielleicht. Oder Schatz? Easy?» Seine Frau Desirée nickt.

Gesangstalent Freiab-Komman

Schonungslos stempeln die Zofinger Johann Schneider-Ammann alias Jo Handl Freiab-Komman als Langweiler ab. Spannend wird das Rahmenstiggli, als der Ex-Bundesrat seine geheime Leidenschaft offenbart: das Singen.

Obs tatsächlich stimmt? Jo Handl Freiab-Komman brilliert jedenfalls als Musicalsänger.
Auch Ueli Vischer hat viele Talente – besser gesagt: viele Funktionen. In einem witzigen Sketch hält «Ämtli Vischt-er» gleich mehrere Verwaltungsratssitzungen mit sich selbst ab, in einem anderen versucht er, die leeren Messehallen an die Chinesen zu verhökern.

Einige Lyychen als Gäste

«Wann waren Sie zum letzten Mal eine Lyyche?», wollen wir von den anwesenden Gästen wissen. Es sind einige dabei: LDP-Politiker André Auderset erinnert sich: «Am Zofingerconzärtli vor drei Jahren tauchte ich plötzlich als Lyyche auf. Meine Art, manchmal ein wenig zu poltern statt diplomatisch zu sein, haben sie sehr gut nachgemacht.»

Maurice Eggimann, Aktuar bei den Zofingern, spielte vergangenes Jahr den Vorsteher des Justiz- und Sicherheitsdepartements – und wurde selbst zur Lyyche: «Eine Zeitung schrieb, der echte Baschi Dürr sei lustiger als ich.»

Primarlehrerin Sabrina Friedli wurde vor Kurzem zwar nicht von Zofingia, aber von ihren Schülern auf den Arm genommen: «Man hat mich angerufen und sich als Polizei ausgegeben. Ich fand nicht heraus, wer es war», sagte sie.