Online-Unterricht

Studierende der Uni Basel fordern tiefere Semestergebühren – sie fühlen sich abgehängt

Die Masken müssen nun auch im Unterricht getragen werden.

Die Masken müssen nun auch im Unterricht getragen werden.

Seit Montag gelten an der Universität Basel verschärfte Coronamassnahmen.

Zwar sei die Zahl der positiv getesteten Angehörigen der Universität Basel bis jetzt verhältnismässig gering, doch dies könne sich nun rasch ändern, heisst es in dem Schreiben, das die Corona Taskforce der Universität Basel am Sonntag an die Studierenden und Mitarbeitenden versandte. Ergänzend zu den Massnahmen des Bundes gilt in der Universität nun auch eine Maskenpflicht im Unterricht. Essen und Trinken ist daher während der Veranstaltungen verboten.

Die Dozierenden müssen mit einer Maske unterrichten und Mikrofone verwenden. Die Studierenden und Mitarbeitenden dürfen die Maske nur dann zum Essen und Trinken auf den Gängen, in den Cafeterien und der Mensa abnehmen, wenn sie im Sitzen konsumieren. Die Corona Taskforce schreibt den Vorgesetzten vor, wo immer möglich Homeoffice umzusetzen. Die Maskenpflicht gilt generell ab zwei Personen, die sich im selben Raum befinden, auch im Labor oder bei Sitzungen.

Senkung der Studiengebühr gefordert

Mit den neuen Massnahmen will die Universität die Angehörigen schützen und den – schon sehr reduzierten – Präsenzunterricht dennoch gewährleisten. Laut Mediensprecher Matthias Geering reagieren die meisten Mitarbeitenden und Studierenden positiv auf die Massnahmen und sind froh, dass der gesundheitliche Schutz eine so hohe Wichtigkeit hat. Es gibt unter den Studierenden und Mitarbeitenden aber auch Stimmen, die bezeugen, dass einige Angehörige unter den Massnahmen leiden.

Die neuen Regelungen führen dazu, dass vermehrt Kurse, die zuvor analog stattfanden, nun auch online abgehalten werden. Generell gilt die Devise, dass vor allem die Veranstaltungen für die Studierenden im ersten Semester als Präsenzunterricht durchgeführt werden. «Über alle Vorlesungen erreichen wir aktuell etwa ein Drittel Präsenzunterricht», sagt Geering.

In Fächern mit sehr hohen Teilnehmendenzahlen ist Anteil der Online-Veranstaltungen grösser

Für einige Studierenden stellt der fast ausschliessliche Online-Unterricht eine grosse Schwierigkeit dar. «Ich hab auch im Präsenzunterricht Mühe, mich zu konzentrieren. Über Zoom ist meine Aufmerksamkeitsspanne noch kürzer», sagt ein Bachelorstudent.

Studierende berichten, dass sie aus dem Online-Unterricht viel weniger mitnehmen können als beim Präsenzunterricht, auch wenn sich die Dozierenden sehr viel Mühe geben. Für manch einen bedeutet dies, dass er gar keine Veranstaltungen mehr belegt. Für andere ist es ein Grund, die Senkung der Studiengebühren zu fordern.

Uni sieht keinen Anlass für Senkung der Gebühren

«Ich bin genervt davon, seit zwei Semestern den vollen Semesterbeitrag zu bezahlen, obwohl die Universität so viele Leistungen nicht erbringen kann», sagt ein Physikstudent. Geering hingegen sieht keinen Grund, die Gebühr zu senken. «Die Universität Basel investiert viel Geld und Zeit, damit die Studierfähigkeit weiterhin aufrechterhalten bleibt.» Die studentische Körperschaft (skuba) möchte sich betreffend einer möglichen temporären Senkung der Studiengebühren aktuell nicht äussern.

Eine Verringerung der Qualität des Studiums stellen auch andere Studierende fest. So wird beispielsweise in der Kunstgeschichte die Arbeit vor Originalen vermisst und in der Physik bemängelt, dass die Arbeit im Labor mit den aktuellen Massnahmen nicht gleichwertig weitergeführt werden kann. Ausserdem befürchten Studierende, durch fehlende Praxisseminare Chancen für praktische Erfahrungen und Networking zu verpassen.

Mangelnder Support im Homeoffice

Für die Mitarbeitenden galt seit dem Sommer, dass Homeoffice bis zu 40 Prozent gewährt wurde. An den Arbeitsplätzen sei auf einen Abstand von 1,5 Metern geachtet worden. Nun ist Homeoffice, wo möglich, wieder verpflichtend. Die Versorgung von Seiten der IT mit der notwendigen Infrastruktur wird dabei teilweise bemängelt. Laut Geering werde dies individuell gelöst. In den meisten Fällen verfügten die Mitarbeitenden bereits über Laptops, weshalb ein Support nicht notwendig sei.

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