Im Allgemeinen gelingt die Stellensuche den Jugendlichen gut, aber es gibt Unterschiede. So sind im Hochschulbereich Juristen und Ärzte gesucht, im Lehrstellenbereich glänzen die sogenannten Mint-Berufe: Mathematik, Informationstechnologie, Naturwissenschaften, Technik. Gefragt sind Fachleute für den Bau, Haustechnik und zeichnerische Berufe wie Gebäudetechnik-Planer. Gerade die Energiewende dürfte die Nachfrage in diesem Gebiet weiter erhöhen.

Gute Karten haben offensichtlich auch KV-Lehrlinge. Nach neusten Zahlen haben vier Monate nach Prüfungsabschluss schweizweit fast drei Viertel der Absolventen eine Stelle gefunden. Nur 2,5 Prozent waren arbeitslos gemeldet. Allerdings gehen 18,5 Prozent einer anderen Beschäftigung nach, machen beispielsweise einen Auslandaufenthalt, eine Zusatzausbildung oder Militär.

Beste Zahlen seit 30 Jahren

Im Bereich der Hochschulen waren nach 6 bis 18 Monaten nach Studienabschluss rund vier Prozent erwerbslos und auf der Stellensuche. Das sei die tiefste Zahl seit 1980, sagt Markus Diem, Leiter Studienberatung Universität Basel.

Die besten Berufschancen haben derzeit Ärzte, Mathematiker und Sozialarbeiter mit einer Quote von einem Prozent, Juristen mit zwei, und erstaunlicherweise Medienwissenschafter mit drei Prozent. Am Ende der Tabelle sind Gestaltung und Kunst (acht Prozent) und Politikwissenschaften (zehn Prozent) zu finden.

Markus Diem warnt: Diese Zahlen stellen nur eine Momentaufnahme dar. Wer heute ein Studium beginnt, wird in vier Jahren möglicherweise völlig andere Verhältnisse antreffen. «Bei Medienwissenschaften hatten wir auch schon zwischen 15 und 20 Prozent, bei den grünen Naturwissenschaften und vielen Phil-I-Fächern auch schon 10 und mehr Prozent.» Dabei spiele die Konjunktur eine Rolle. Beim Gesundheitswesen und bei den Schulen ist eher die Bevölkerungsentwicklung massgebend. So lösen sich zum Beispiel Lehrerschwemme und Lehrermangel rasch ab. Ausserdem dürfte sich herumsprechen, dass in gewissen Fachrichtungen die Berufschancen schlecht sind. Die Zahl der Abgänger habe sich in den letzten drei Jahrzehnten verdoppelt, der Arbeitsmarkt hat diese weitgehend aufgenommen.

Auch Problemfälle

Freilich gibt es hin und wieder Problemfälle. Beispiel Wirtschaftswissenschafter: Ihre Karriere beginnt meist jung, um als Trainees Berufserfahrung sammeln zu können. Wer diesen Einstieg verpasst, könnte je nach dem Probleme bekommen: Ältere Studienabgänger sind für Trainees zu alt. Aber ohne Berufserfahrung findet man kaum eine Stelle. Wer dann ausgesteuert wird und einen beliebigen Aushilfsjob sucht, hat nochmals Pech. Die Diagnose: überqualifiziert.

Wichtig: Früh Kontakte knüpfen

Bei gewissen Studienrichtungen wie etwa bei Politik- oder Medienwissenschaften empfiehlt es sich, schon gleich nach dem Bachelor zur beruflichen Ausrichtung Gedanken und sich auf die Suche nach geeigneten Praktika zu machen: Diese können bei einer späteren Bewerbung ausschlaggebend sein.

Bei Medizin und Jurisprudenz sind hingegen die Abläufe klarer strukturiert. Wer Medizin studiert, wird meist Arzt. Eine Juristenkarriere beginnt in den meisten Fällen auch problemlos. Regelmässig machen auch Firmen Rekrutierungsevents. Am 14. Mai findet beispielsweise in der Lounge des St. Jakob-Parks die erste trinationale Jobmesse statt.