Universität Basel

Studierende sind knapp bei Kasse wegen Corona: Ein Fonds in Millionenhöhe soll aushelfen

150 Basler Studierenden wird jährlich mit dem Stipendienfonds geholfen.

150 Basler Studierenden wird jährlich mit dem Stipendienfonds geholfen.

Viele Studierende befinden sich derzeit in einer finanziell schwierigen Lage. Die Junge CVP Basel-Stadt fordert deshalb einen Zustupf in Millionenhöhe für den Stipendienfonds der Universität Basel.

30 Millionen Franken – diesen stattlichen Betrag soll das eidgenössische Parlament dem Stipendienfonds der Universität Basel zukommen lassen. Wie genau, ist noch offen. Die Junge CVP Basel-Stadt (JCVP) will damit Studierende unterstützen, deren Existenzgrundlage wegen Corona bedroht ist.

Stipendienfonds ergänzt Hilfe des Kantons

Sie fordert daher Politikerinnen und Politiker dazu auf, den Stipendienfonds der Universität Basel zu unterstützen. Der Fonds dient als Ergänzung zum kantonal organisierten Stipendienwesen und unterstützt normalerweise auf unbürokratische Weise Studierende, die sich in finanziell schwierigen Situationen befinden. In der Schweiz gibt es 26 verschiedene Stipendienwesen – jeder Kanton hat sein eigenes. Deshalb kann es vorkommen, dass zwei Studierende mit dem gleichen familiären und finanziellen Hintergrund mit einem unterschiedlich hohen Stipendium auskommen müssen.

Die beiden Basel lagen bei der letzten nationalen Erhebung 2018 in Bezug auf den Anteil der geförderten Personen über dem schweizweiten Niveau. An der Universität Basel studieren aber Personen aus der ganzen Schweiz. Um all jenen rasch zu helfen, deren Lebensgrundlage wegen Corona weggebrochen ist, schlägt die JCVP eine pragmatische Lösung vor, mit welcher der Kantönligeist ausgehebelt werden kann.
Die JCVP Basel-Stadt nimmt bei ihrer Forderung die nationale Politik in die Pflicht, bleibt aber vage bei der Frage, wer diese umsetzen soll. Und mit welchen Mitteln. «In einem nächsten Schritt können wir uns auch vorstellen, CVP-Parlamentarier zu bitten, sich mit einem Vorstoss für das Anliegen einzusetzen», sagt Michael Genter, Vizepräsident der JCVP Basel-Stadt. Vorerst habe man aber unabhängig von der Mutterpartei etwas Substantielles machen wollen, sagt Genter, der selbst an der Universität Basel immatrikuliert ist.

Der Betrag von 30 Millionen Franken ist laut dem Vizeparteipräsidenten eine ungefähre Schätzung. «Rechnet man mit einem maximalen Stipendium von 9000 Franken pro Jahr, könnten so theoretisch 3000 Studierende unterstützt werden.» Die Jungpartei wünscht sich einen stärkeren Fokus auf das Bildungswesen. «Seit dem Ausbruch der Pandemie ging es vor allem um die Wirtschaft», so Genter. Der Jungpolitiker ist aber überzeugt: «Auch Bildung schafft Sicherheit.»

Über den Stipendienfonds der Universität Basel werden in normalen Jahren durchschnittlich 150 Studierende mit einem Volumen von rund 800'000 Franken unterstützt. Der Betrag von 30 Millionen Franken bewegt sich daher eindeutig in einer anderen Dimension. Aktuell erfolgt die Zusprache der Stipendien durch eine universitäre Kommission, welche die Einkommensverhältnisse der Antragstellenden einzeln prüft.

Bisher noch kein grosser Andrang auf den Fonds

Laut Gaudenz Henzi, Leiter der Sozialberatung der Uni Basel, war die zusätzliche Nachfrage nach Unterstützung im Zusammenhang mit Corona bisher noch bescheiden. «Das dürfte darauf zurückzuführen sein, dass Studierende ihre Mindereinnahmen aus Nebenjobs zuerst mit Erspartem und Elternunterstützung ersetzt haben», schätzt Heinzi.

Sollten Studentenjobs weiterhin und langfristig abnehmen, gehe die Universität aber davon aus, dass sich mehr Studierende an den Stipendienfonds wenden.

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