In den Räumlichkeiten der Universität Basel sollen keine «Weltwoche»-Gratisexemplare ausgelegt werden dürfen. An diesem Entscheid hält der Studierendenrat der Uni fest. Das Gremium beriet am Dienstagabend über einen Rückkommensantrag zum Traktandum «Weltwoche». Die Vertreter der Studierendenschaft hatten dabei die Möglichkeit, ihren Entscheid von Anfang Oktober rückgängig zu machen, der eine Verbannung des Wochenmagazins vom Unigelände forderte.

Trotz zahlreicher Voten, die eine Revidierung des ursprünglichen Beschlusses forderten, beharrten die Studierenden auf dem Bann. Die Zweidrittelmehrheit, die zur Tilgung des ursprünglichen Beschlusses nötig gewesen wäre, wurde knapp verpasst: Der Rückkommensantrag erhielt 12 Ja- und 10 Nein-Stimmen, es gab zwei Enthaltungen. Somit bleibt es beim Entscheid von Oktober.

Kritiker sprechen von Zensur

Stefan Ledergerber, CVP-Mitglied aus dem Kanton Appenzell Innerrhoden und emeritierter Ratspräsident, hatte sich bei der vorangehenden Diskussion für eine Aufhebung des Beschlusses stark gemacht. «Es ist in der Schweiz nicht verboten, Rassist oder islamophob zu sein», argumentierte er. Ledergerbers Forderungen stiessen auf offene Ohren. «Ich finde solche Verbote, die einer Zensur gleichkommen, ganz problematisch und für die Schweiz ein No-Go», so ein Votum. Ein derartiges Vorgehen komme einer Bevormundung der Studentenschaft gleich.

Verfechter des Verbots argumentierten jedoch, Studenten, die sich im Kollegienhaus aufhalten würden, könnten sich wegen provokativer Schlagzeilen diskriminiert fühlen. Die Universität dürfe das auf keinen Fall zulassen.