Studierendenzahlen

Studium ist zu teuer: Uni Basel verliert Studenten

Die Gänge leeren sich. An der Uni Basel wird ein Rückgang der Studierendenzahlen (heute 12 673 Immatrikulierte) erwartet. (Symbolbild)

Die Gänge leeren sich. An der Uni Basel wird ein Rückgang der Studierendenzahlen (heute 12 673 Immatrikulierte) erwartet. (Symbolbild)

Für die nächsten fünf Jahre wird an der Uni Basel ein Rückgang der Studierendenzahlen erwartet. Vor allem den Deutschen ist ein Studium hier zu teuer.

Die Basler Uni schrumpft. Im vergangenen Jahr haben sich 200 Studenten weniger als im Jahr zuvor eingeschrieben, und der Trend wird anhalten. Gemäss Informationen der bz rechnet die Uni mit einem Rückgang der Studierendenzahlen bis 2024.

Das ist zu einem Teil systembedingt. In Baselland dauert die Schullaufbahn bis zur Matur durch die Bildungsharmonisierung 13 statt 12,5 Jahre – das halbe Jahr Extra-Schulzeit macht sich auch bei der Zahl der neu Immatrikulierten bemerkbar. Doch das alleine ist nicht der Grund für den Rückgang der Studierendenzahlen. Basel hat an Anziehungskraft im süddeutschen Raum verloren. Der Trend, wonach die deutschen Abiturienten die Schweiz meiden, hat mit der Erstarkung des Frankens 2011 eingesetzt – die Lebenskosten in der Schweiz sind seither für viele Deutsche zu hoch.

Mit 850 Franken Semestergebühren steht Basel zudem schweizweit an der Spitze. In Baden-Württemberg zahlen die Studenten nichts mehr – 2012 wurden die Semestergebühren in der Höhe von 500 Euro abgeschafft. Statt über 1800 deutschen Studierenden vor fünf Jahren sind es an der Uni Basel jetzt noch etwas über 1600. Auch im Vergleich mit anderen Schweizer Hochschulen hat die Basler Uni offenbar an Renommee eingebüsst, wie das Gespräch mit einigen Studierenden zeigt.

Für Uni hat der Rückgang finanzielle Folgen

Der Baselbieter SP-Bildungspolitiker Jan Kirchmayr, selber Student an der Uni, glaubt, dass zudem die Sparvorgaben über die Kantonsgrenzen hinaus ausgestrahlt hätten. «Wenn man ‹Uni Basel› googelt und es kommen als Erstes Berichte über gestrichene Professuren, dann wird das sicher den Einen oder Anderen davon abhalten, nach Basel zu kommen», sagt der Aescher Landrat.

Gleichzeitig habe die Mobilität auch in den vergangenen Jahren zugenommen. Vermehrt würden die Baslerinnen und Basler auch nach Zürich oder Bern pendeln. «Manchen fehlt halt in Basel die Planungssicherheit», meint Kirchmayr. «Wenn du Angst hast, dass dein Studiengang in den nächsten Jahren zum Opfer von Sparvorgaben werden könnte, gehst du vielleicht auch lieber an eine andere Uni.»

Für die Uni sind rückläufige Studierendenzahlen vor allem aus finanziellen Gründen keine gute Nachricht. Denn der Bund richtet seine Beträge gemäss dem Anteil der Studierenden aus. Die interparlamentarische Kommission, die mit der Aufsicht über die Uni betraut ist, schreibt im jüngsten Bericht: «Der Verlust an Bundesbeiträgen ist bedenklich, zumal gleichzeitig die Kosten in den anderen Bereichen wie Forschung und Infrastruktur steigen.» Die Kommission sieht die Finanzen der Uni aus einem weiteren Grund in Gefahr. So könne aufgrund der politischen Verhältnisse in der Schweiz nicht davon ausgegangen werden, dass der Bund die Beiträge an die Universitätskantone erhöhen würde.

Die Universität hat angekündigt, auf den Aderlass zu reagieren. So soll das Marketing intensiviert werden, der Kontakt zu den Gymnasien verbessert und die «Attraktivität» der Studienangebote erhöht werden, wie dem Bericht zu entnehmen ist. Uni-Sprecher Matthias Geering zeigt sich von den schlechten Prognosen aber unbeeindruckt. «Bei deutschen Studierenden kann die Universität Basel als exzellente Forschungsuniversität punkten», sagt er.

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