«Ja, wir haben uns einen Namenswechsel überlegt.» Christian Mutschler rückt seinen Baustellenhelm zurecht, darauf prangt der Name Stücki Park. «Und uns dagegen entschieden. Wir wollten die DNA dieses Ortes bewahren: Die einstige Stückfärberei ist die Wiege der Basler Pharma,» sagt der Wincasa-Mann, der für das Management und die Vermietung im Areal verantwortlich ist.

Es brauche Zeit, bis die Leute den Namen «Stücki» mit etwas Positivem assoziieren würden, und nicht mit einem leeren Einkaufszentrum. «Aber diese Zeit wird kommen.» Mutschler sprudelt fast über vor positiver Energie, als er uns durch die Baustelle des neuen «Village» im Innern des Centers führt, Holzkuben auf drei Stockwerken, verspielt verschachtelt, fast ein bisschen wie Lego. Der zweite ist für Arztpraxen reserviert, im ersten Stock werden Büros eingerichtet, und im Erdgeschoss finden einzelne Läden Platz, etwa ein LTU-Reisebüro, eine Fielmann-Filiale und die Bar Milano– die Einkaufsfläche ist um 70 Prozent reduziert worden.

Im Februar 2018 startete der Umbau, und noch wird kräftig gehämmert und gebohrt. Die Bauarbeiter müssen sich sputen: Am 25. Oktober soll das «Village» fertiggestellt sein und die ersten Mieter werden einziehen. Bis auf ein paar wenige Praxen und Büros sei alles vermietet, berichtet Mutschler der bz.

Entgegenkommen beim Preis

Mit dem Bauabschluss des «Village» ist die erste Phase der «Transformation» des ehemaligen Einkaufscenters hin zu einem Mikrokosmos für Arbeit, Einkaufen, Unterhaltung und Gesundheit abgeschlossen. Transformation, so nennt es die Eigentümerin Swiss Prime Site, die in die Erneuerung und Erweiterung des Stücki Parks nahezu 300 Millionen Franken investiert.

Mit der ersten Bauphase einher ging die Vergrösserung des Fitnesscenters Gyym im ersten Stock. Im November startet mit den Arbeiten an einem Multiplex Kino an den ehemaligen Standorten von Media Markt und Migros die zweite Bauphase. Der Detailhändler eröffnet diesen Montag auf kleinerer Fläche, die aber näher beim Haupteingang gelegen ist.

Bereits seit gestern in Betrieb ist der Ableger von Bächli Bergsport auf 2000 Quadratmetern. Zuvor waren die Spezialisten in der deutlich zentraler gelegenen Markthalle präsent. «Es gehört zu unserem Konzept, Laden und Outlet an einem Ort zu verknüpfen. In der Markthalle hatten wir keine Möglichkeit dazu», sagt Filialleiter Michael Bachofner. Deshalb habe man sich zum Umzug nach Kleinhüningen entschieden. Gerüchte, wonach das Stücki-Management den neuen Ankermieter mit Dumpingpreisen angelockt hat, kommentierte er nicht. Nur: «Dieser Standort hat Zukunft, daran glauben wir.»

Mutschler macht keinen Hehl daraus, dass sein Team den bestehenden und zukünftigen Mietern angesichts der Baustelle und dem markanten, aber laut Mutschler lediglich temporären Rückgang der Besucherfrequenzen entgegengekommen ist. «Ansonsten bewegen sich die Mietpreise im marktüblichen Bereich.» Er arbeitet nun auf den April 2020 hin. Dann soll die zweite Bauphase abgeschlossen und das gastronomische Angebot erweitert sein. «Wir starten jetzt mit der Akquirierung möglicher Anbieter.» Ziel sei es, ein heterogenes Angebot zu schaffen. «Mit der Fertigstellung der vier Büro-Neubauten im 2023 werden am Standort Stücki 4000 Menschen arbeiten. Da braucht es Abwechslung.» Und bis dahin, so ist er sich sicher, wird die düstere Vergangenheit begraben sein.