Alex Frei
Stürmerkarriere zwischen Buchdeckeln: Biographie über Alex Frei erschienen

Kaum hat Alex Frei seinen Rücktritt verkündet, erscheint eine Biographie über den Basler Goalgetter: Der Sportjournalist Marcel Rohr hat ein Buch über den Rekordtorschützen der Nati geschrieben. 13 Kapitel geben Einblick in eine grosse Karriere.

Sebastian Wendel
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Alex Freis Karriere ist einer Biographie dokumentiert.

Alex Freis Karriere ist einer Biographie dokumentiert.

Keystone

Von 2006 bis 2009 haben sie kaum ein Wort miteinander gesprochen. Marcel Rohr hatte während der WM in Deutschland in einer Fernsehsendung Alex Frei für ein Handstor im ersten Gruppenspiel gegen Frankreich hart kritisiert, was diesem total gegen den Strich ging. Rohr sagte damals: «Jedem anderen Spieler hätte ich das Handspiel verziehen, nur Alex Frei nicht.» Er konnte nicht fassen, dass Frei zwei Jahre nach der Spuckaffäre an der EM 2004 bereits wieder im Rampenlicht stand.

Und heute? Seit gestern liegt das Buch «Alex Frei – König des Strafraums» in den Regalen der Basler Büchergeschäfte. «Als Alex vor drei Jahren zum FCB zurückkehrte, mussten wir uns aussprechen. Da habe ich gemerkt, dass er nicht nachtragend ist», sagt Rohr, «das erlebe ich selten im Profifussball.»

Rohr ist seit 2005 Sportchef bei der Basler Zeitung, den Fussballer Alex Frei begleitet er seit dessen Anfängen im Profigeschäft Ende der 90er-Jahre hautnah. Im November 2008 rieten ihm einige Arbeitskollegen, ein Buch über den Schweizer Fussball zu schreiben. «Du weisst so viel», sagten sie ihm. Rohr überlegte und entschied sich, es zu machen. Schnell war klar, es wird eine Biografie. Warum über Alex Frei? «Weil er fast der einzige Fussballer in der Schweiz ist, bei dem es sich lohnt», sagt Rohr.

Alex Frei - die Biographie

«Alex Frei - König des Strafraums», Stämpfli Verlag AG, 208 Seiten, Kaufpreis: 29.80 Franken. Das Buch kann beim Verlag bestellt werden und ist erhältlich in allen grösseren Buchhandlungen in Basel und im Fanshop des FCB.

«Es kommt gut»

Vor gut einem Jahr legte er Alex Frei ein Konzept vor. Drei Wochen später kam von diesem das Okay. Mit der Bedingung, dass das Buch keine Abrechnung wird. In den restlichen Wochen des Jahres trug Rohr Material zusammen, auf dem das Buch aufgebaut werden sollte.

Im Trainingslager im Januar 2012 in Marbella sassen Rohr und Frei jeden Abend zusammen. «Vor dem ersten Gespräch war ich nervös. Kommt das wirklich gut? Nach zehn Minuten wusste ich: Es kommt gut. Alex war vom ersten Satz an sehr offen.»

Nach dieser intensiven, ersten Phase trafen sich Rohr und Frei einmal alle zwei Wochen in Basel zum Mittagessen. Daneben traf Marcel Rohr viele Weggefährten von Frei: ehemalige Trainer wie Ottmar Hitzfeld, Köbi Kuhn und Bernard Challandes, ehemalige Mitspieler, private Freunde und Freis Familienmitglieder. «Alex war sehr kooperativ und stellte zu vielen Gesprächspartnern den Kontakt her.»

13 ist die Rückennummer von Alex Frei beim FCB. Im Sommer 2013 beendet er seine Karriere als Profifussballer. Nur logisch, enthält das Buch 13 Kapitel. Sie erzählen von den Anfängen des kleinen Knirpses Alex Frei auf den Fussballplätzen, vom verkorksten ersten Versuch, beim FC Basel Tritt zu fassen, von der schönsten Zeit in der Nationalmannschaft oder vom unschönen Ende der internationalen Karriere im März 2011. Man erfährt auf knapp 200 Seiten auch vom Versuch von Dortmund, Alex Frei im Sommer 2011 zurück in die Bundesliga zu lotsen.

Gestern Abend wurde das Buch im geschlossenen Rahmen vorgestellt. Im «Acqua» in Basel erwiesen illustre Namen wie Ex-FCB-Trainer Thorsten Fink, Köbi Kuhn, FCB-Präsident Bernhard Heusler oder der Geschäftsführer von Borussia Dortmund, Hans-Joachim Watzke, dem Buchautor und Alex Frei die Ehre.