Basel

Sturzrisiko auf Marktplatz: Grosse Sanierung soll Situation entschärfen

Besonders für ältere Menschen stellt der fugenreiche Boden auf dem Marktplatz ein Problem dar. Nicole nars-zimmer

Besonders für ältere Menschen stellt der fugenreiche Boden auf dem Marktplatz ein Problem dar. Nicole nars-zimmer

Der Marktplatz ist eine Ansammlung an Stolpersteinen. Nicht nur ältere Menschen kommen ins Straucheln. Ab Sommer soll eine Sanierung Abhilfe schaffen.

Es geht nichts über schöne Traditionen. Besonders Senioren flanieren gerne am Morgen über den Stadtmarkt und machen Kommissionen. Gemüse, eine «Hampfle» Pilze, frische Schnittblumen landen in der Tasche. Im Frühling ist die Auswahl besonders gross.

Für einige Kunden der Stände auf dem Marktplatz ist das Einkaufen allerdings nicht nur ein Vergnügen. Eine alte Dame sagt: «Ich muss sehr gut aufpassen, wo ich hintrete. Die Fugen im Kopfsteinpflaster sind tief und die Steine wackelig, da bleibt man schnell mit den Schuhen hängen.» Sie reibt sich das Knie und setzt sich leicht zitternd auf eine Bank bei der Tramhaltestelle. Eben erst habe sie nicht gut genug aufgepasst und sei hingefallen. Es sei nichts Schlimmes passiert, winkt sie ab. «Aber da muss die Stadt schon etwas unternehmen!» Ein Passant, der ihr zu Hilfe geeilt ist, meint dazu, es komme immer wieder vor, dass er auf dem Marktplatz beobachte, «wie Menschen hinfallen. Der Länge nach».

«Uneben bedeutet Sturzgefahr»

Renate Köhler-Fischer, Präsidentin der Interessensgemeinschaft 60+ in Basel-Stadt, ist alarmiert: Beim Thema «Sicherheit auf der Strasse» habe sich ihre IG in den vergangenen Jahren lediglich auf die Kriminalität konzentriert, wie sich Senioren etwa vor Entreissdiebstählen schützen können. Das soll sich jetzt ändern: «Es ist höchste Zeit, dass das Baudepartement für sichere Plätze und Trottoirs sorgt», fordert sie. «Auch in der Altstadt. Ein Boden, der uneben ist, bedeutet grosse Sturzgefahr.» Sie selbst sei erst kürzlich auf dem Kopfsteinpflaster am Barfüsserplatz beinahe hingefallen.

Gefährlich mit Stöckelschuhen

Aber nicht nur für Senioren, auch für Frauen, die Stöckelschuhe tragen, gleicht der Gang über den Marktplatz einem Spiessrutenlauf. Die Absätze bleiben oftmals in den tiefen Fugen hängen. Daniel Hofer, Sprecher des Tiefbauamts, sagt dazu, dass das Kopfsteinpflaster im Vergleich zu anderen Orten in der Stadt mit über hundert Jahren «sehr alt» sei. «Die Pflästerung wurde immer wieder, wo notwendig, ausgebessert.»

Nun soll es erstmals zu einer grossen Sanierung kommen, wie Hofer gegenüber der bz Basel bestätigt. Die Pflästerung habe sich «verschiedentlich» abgesetzt, der Verbund sei beschädigt. Weil der Marktplatz aber oftmals durch den Markt belegt ist, müssen die Arbeiten gut koordiniert werden. «Voraussichtlich kann ein erster Teil des Platzes im Sommer 2017 saniert werden. Die restlichen Flächen folgen im 2018,» sagt Hofer. Konkret werden dann die Fugen mit sogenanntem kalkstabilisierten Sand aufgefüllt.

Schadstellen werden repariert

Wann das Pflaster auf dem Marktplatz letztmals ausgebessert worden ist, beantwortet Hofer nicht, sondern sagt lediglich: «Einzelne Schadstellen werden sofort repariert.» Für Rückmeldungen aus der Bevölkerung sei man dankbar. Gerade auf dem Marktplatz müsse eine grossflächige Erneuerung mit den vielen Nutzungen koordiniert und aufgrund des besonderen Pflastermusters ausserdem mit der Denkmalpflege abgesprochen werden.

Keinen dringenden Handlungsbedarf sieht Hofer derweil beim Rheinsprung vor dem Blauen und Weissen Haus. Hier ist die Pflästerung zwar erst zehn Jahre alt, aber die Fugen sind gefährlich tief, wie ein Augenschein vor Ort ergibt. Hofer sieht das anders: «Sie ist zurzeit noch stabil. Es ist erst sinnvoll, die Fugen aufzufüllen, wenn sie eine gewisse Tiefe erreicht haben.» Dies wird laut Hofer voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2017 der Fall sein.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1