Corona-Virus

Südbadische Jugendliche feiern einfach weiter – trotz Versammlungsverbot

Hieber auf Facebook: «Wir werden bei uns in den Märkten an Jugendliche, die nur Party-Utensilien kaufen wollen, wie Redbull, Alkohol, Chips und Co., nicht mehr verkaufen.» (Symbolbild)

Hieber auf Facebook: «Wir werden bei uns in den Märkten an Jugendliche, die nur Party-Utensilien kaufen wollen, wie Redbull, Alkohol, Chips und Co., nicht mehr verkaufen.» (Symbolbild)

Auch die Supermarktkette Hieber reagiert auf Jugendliche, die sich um das Corona-Virus nicht scheren. Eine Party in Deutschland kostet bis zu 25'000 Euro.

Die Freiburger Polizei hatte am Donnerstag bis Mitternacht mit Jugendlichen zu tun, die trotz Corona-Virus gefeiert haben. Im Landkreis Lörrach waren dies überwiegend Gruppen von 3 bis 15 Personen, die sich zum Beispiel in der Lörracher Innenstadt oder bei einem Schulzentrum in Weil am Rhein zusammengefunden hatten. Die Polizei löste die Treffen auf. Die Supermarktkette Hieber reagierte auf Facebook: «Wir werden bei uns in den Märkten an Jugendliche, die nur Party-Utensilien kaufen wollen, wie Redbull, Alkohol, Chips und Co., nicht mehr verkaufen.»

Winfried Kretschmann (Grüne), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, gab am Freitagnachmittag bekannt, dass Zusammenkünfte von mehr als drei Personen ab heute Samstag verboten sind. Laut der «Badischen Zeitung» drohen Bussgelder bis zu 25'000 Euro und mehrjährige Haftstrafen. Die Lage sei sehr ernst. Jugendliche, die sich nicht um eine allfällige Infektion kümmern würden, weil ihr Immunsystem gut sei, handelten «verantwortungslos und grob rücksichtslos», wird Innenminister Thomas Strobl (CDU) zitiert.

Einschränkungen gibt es auch im Bahnverkehr. So hat die Deutsche Bahn mitgeteilt, dass Züge von Deutschland im Regional- und Fernverkehr künftig im Badischen Bahnhof enden. Die Regio-S-Bahn von Basel über Riehen und Lörrach ins Wiesental soll laut Auskunft des CEO der SBB Deutschland, Patrick Altenburger, künftig ausgedünnt im Stundentakt fahren. «Wir möchten integral alle Haltestellen anfahren.» Ob das ab 30. März sein wird oder schon ab 23. März, ist noch nicht entschieden. Vom TGV-Lyria von Basel nach Paris fuhr am Freitag noch ein Zugpaar, dieses Wochenende aber verkehrt kein Zug mehr. Zwischen Mulhouse und Basel gibt es am heutigen Samstag noch fünf Züge, die hin und zurück fahren.

In der Grossregion Grand Est, zu der auch das Elsass gehört, spitzt sich die Situation weiter zu. Laut den regionalen Gesundheitsbehörden waren am Donnerstagabend 1169 mit infizierte Personen im Krankenhaus, 93 sind gestorben. Im Elsass darf man wie im übrigen Frankreich das Haus nur mit einer schriftlichen Bescheinigung verlassen. Unterdessen suchen die elsässischen Landwirte und Gemüsebauern Personal für die Ernte. Sie hoffen, dafür Personen zu gewinnen, die Kurzarbeit machen.

Autor

Peter Schenk

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