Cocktail
Süsses oder Saures

Philipp Kiefer ist Chef de Bar im Werk 8 im Basler Gundeldingerfeld. Jede Woche stellt er einen anderen Cocktail samt Rezept vor.

Philipp Kiefer
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Kenneth Nars

Die «Sours» sind unter den Cocktails weit verbreitet. Und beliebt bei uns Barkeepern. Wirklich sauer sind sie allerdings nicht. Der Name verrät nur, dass der Drink mit Zitronen- oder Limettensaft zubereitet wird. Die Balance zwischen süss und sauer sollte ausgeglichen sein, damit der Cocktail stimmig ist. Der Saft der Zitrusfrucht nimmt der Grundspirituose die Sprittigkeit und verleiht frische Noten.

Dazu gibt man Zucker oder andere Süssstoffe wie Sirup oder Agavendicksaft. Ein drei zu zwei Verhältnis von Säure und Süsse hat sich bewährt. Da nicht jede Zitrone gleich sauer ist, sollten die Drinks allerdings immer gekostet werden. Wenige Tropfen können einen grossen Unterschied machen.

Der wohl älteste Cocktail dieser Kategorie ist der «Whiskey-Sour». Klassisch wird er mit Eiweiss vereint und ohne Eis serviert. Durch das Eiweiss wird er schaumig, wenn er geschüttelt wird. Das Verwenden von frischen Eiern wurde oft kritisiert, wegen Fällen von Salmonellenvergiftung. Heute geschieht das immer seltener. Trotz aller Aufklärung wird aber oft auf die Zugabe von Eiweiss verzichtet.

Der «Whiskey-Sour» ist auch so ein Genuss. Und er bietet sich geradezu an, modifiziert zu werden: Ein Klassiker ist der «Frisko-Sour». Hier wird der «Whiskey-Sour» mit Bénédictine verfeinert. Dieser hochprozentigen Likör wandelt den Drink in ein spannendes kräuteriges Getränk mit Sommerfeeling um.

Bénédictine ist ein heiliger Tropfen. Ein französischer Kräuterlikör, der nach einer streng geheimen Rezeptur der Benediktiner-Mönche seit 1863 hergestellt wird. Die Rezeptur soll jedoch viel älter sein und auf die Heilelixiere der Mönche zurückgehen.

Dass der Bénédictine auf Cognacbasis hergestellt wird, ist ein Gerücht, dass sich noch immer hält. Tatsächlich wird er mit Neutralalkohol aus Zuckerrüben hergestellt. Anscheinend kennen nur zwei Mönche das komplette Herstellungsverfahren.

Für den «Frisko-Sour» kann anstelle des süsslichen Bourbon Whiskeys auch Rye-Whiskey verwendet werden, der meist körniger und kräftiger schmeckt. Wohl bekomms!

Rezept für den «Frisko-Sour»

5 cl Bourbon Whiskey

1 Barlöffel Bénédictine

3 cl Zitronensaft

2 cl Zuckersirup

Zutaten in einen Shaker geben und kräftig schütteln. Mit oder ohne Eis servieren.