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Sutter und Wenk im Kampf um den dritten Platz bei der Basler SP

Den dritten Platz auf der SP-Liste dürften Kerstin Wenk (l.) und Kaspar Sutter unter sich ausmachen.

Den dritten Platz auf der SP-Liste dürften Kerstin Wenk (l.) und Kaspar Sutter unter sich ausmachen.

Nach den internen Hearings scheinen Beat Jans und Tanja Soland als Regierungskandidaten gesetzt. Beatriz Greuter hat kaum Chancen.

Während die meisten Basler Parteien aufgrund der Coronaepidemie die Politik zwischenzeitlich auf ein Minimum heruntergefahren haben, läuft bei den Genossen der Vorwahlkampf auf Hochtouren. Vergangene Woche fand das letzte parteiinterne Hearing in den SP-Quartiervereinen statt. Die Vorstellungen der Kandidierenden wurden anfangs persönlich und später virtuell durchgeführt. Auch die Delegiertenversammlung Ende Monat, an der die drei Kandidierenden ausgewählt werden sollen, soll online stattfinden.

Dass die SP so vorwärtsmacht, hat seinen Grund: Nach dem Rücktritt von Christoph Brutschin und Hans-Peter Wessels müssen gleich zwei bisherige Regierungsräte ersetzt werden. Und auch Tanja Soland ist erst seit wenigen Monaten als neue Finanzdirektorin und Nachfolgerin von Eva Herzog im Amt. Insgesamt bewerben sich fünf Personen auf die drei freien SP-Regierungssitze: die bisherige Finanzdirektorin Tanja Soland, Nationalrat Beat Jans, Grossrätin Kerstin Wenk, Grossrat Kaspar Sutter und die frühere Fraktionspräsidentin Beatriz Greuter. Zudem berichtete die BaZ kürzlich, dass sich die Psychologin und Schriftstellerin Maria Hildebrand ebenfalls bewerben wolle. Faktisch dürfte sie chancenlos bleiben.

Beat Jans und Tanja Soland unbestritten

Es ist üblich, dass in den Quartiervereinen nach den Befragungen der Bewerber abgestimmt wird. Das Resultat gilt als Stimmungsbild für die Parteileitung und die Delegierten, ist aber nicht bindend. Trotzdem lassen die internen Wahlen drei Schlüsse zu: Klar nominiert werden dürften Tanja Soland und Beat Jans. Sie rangierten immer unter den Top 3. Dieses Resultat konnte man erwarten: Die Bisherige Tanja Soland nach wenigen Monaten im Amt nicht mehr zu nominieren, wäre ein Affront sondergleichen gewesen. Und dass Beat Jans in der Parteibasis grosse Sympathien geniesst, ist auch nicht überraschend. Zumal Jans vergangenes Jahr seine Ambitionen als Ständeratskandidat zugunsten von Eva Herzog zurückgestellt hat. Insofern hat er parteiintern noch was gut.

Kaum noch Chancen darf sich Beatriz Greuter ausrechnen: Sie schaffte bei keiner Wahl den Sprung aufs Podest. Das überrascht: Greuter politisierte neun Jahre im Grossen Rat, bis sie vergangenen Herbst zurücktrat. Als Direktorin der Hirslanden Klinik Birshof bringt sie zudem Führungserfahrung mit.

Wirtschaftsliberaler Mann gegen linke Frau

Den dritten Platz auf der SP-Liste dürften Kerstin Wenk und Kaspar Sutter unter sich ausmachen. Beide wurden von jeweils zwei Quartiervereinen zur Nomination empfohlen. Interessant ist dieses Rennen nicht zuletzt deshalb, weil es auch für einen Richtungskampf in der SP steht. Gewerkschafterin Wenk ist dem linken Parteiflügel zuzurechnen, ebenso Jans und Soland. Sutter, der erst seit drei Jahren im Grossen Rat sitzt und zuvor als Generalsekretär von Eva Herzog amtete, gehört ebenso wie Greuter zu den wirtschaftsliberaleren Sozialdemokraten. Die künftigen SP-Regierungsmitglieder dürften klar linker politisieren als ihre Vorgänger, die die Politik der vergangenen 15 Jahre geprägt haben.

Das parteiinterne Resultat dürfte vor allem die SP-Frauen aufschrecken. Für sie droht das gleiche Szenario wie vor einem Jahr, als bei der Nomination der Nationalratskandidaten drei Männer und zwei Frauen aufgestellt wurden. Mehrere Kandidatinnen hatten sich dabei taktisch unklug gegenseitig die Frauenstimmen weggenommen, weil niemand seine Kandidatur zurückziehen wollte. «Wir werden aus unseren Fehlern lernen», sagte damals Grossrätin Michela Seggiani, eine der gescheiterten Kandidatinnen.

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