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SVP Basel-Stadt sucht einen neuen Präsidenten

Bei der SVP Basel-Stadt rumort es. Nachdem der Versuch gescheitert war, Sebastian Frehner an der Generalversammlung der Partei abzuwählen, soll die Ablösung nun schrittweise erfolgen. Im Parteivorstand ist sie bereits ein Thema

Christian Mensch
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Sebastina Frehner: Seine Tage als SVP-Präsident scheinen gezählt.

Sebastina Frehner: Seine Tage als SVP-Präsident scheinen gezählt.

Keystone

Bernhard Madörin, ehemaliger Vizepräsident der Partei, versuchte die Partei an der Generalversammlung vom 16. März auf einen neuen Kurs zu bringen. Dies machte «Telebasel» am Freitag öffentlich. Die Partei sollte sich auf die Grossratswahlen konzentrieren, bei denen auch etwas zu gewinnen sei, und die Regierungsratwahlen auslassen, sagt Madörin gegenüber dem «Sonntag». Er verband das Anliegen mit dem Antrag eines Wechsels an der Parteispitze.

Mit Lorenz Amiet (Vizepräsident), Michel Rusterholz (Kassier), Felix Meier (Sekretär) und Gross- sowie Bürgerrat Patrick Hafner hatte Madörin zwar prominente Mitstreiter. Doch die Unterstützung der Basis fehlte. Frehner wurde deutlich als Präsident bestätigt. Amiet und Rusterzolz und Meier demissionierten von ihren Ämtern.

Alt-Präsident Dunant zieht die Fäden

Im Hintergrund versucht Alt-Präsident Jean Henri Dunant, die verstrickten Fäden wieder einigermassen zu ordnen. Auch er ist mit seinem Nachfolger nicht zufrieden. Die «wilde Ständeratskandidatur» sei «lächerlich» gewesen und habe viel Geld gekostet.

Er äussert sich auch kritisch, dass Frehner faktisch Berufspolitiker sei. Ein Politiker brauche Berufserfahrung, sagt Dunant. Er drängt Frehner zu einem geordneten Rückzug und Abtritt «in allen Ehren, mit Rosen und Trachtenchörli», wenn es sein müsse.

Frehner zu Rückzug bereit

Frehner scheint dazu bereit. Er habe im Parteivorstand thematisiert, dass diese Planung an die Hand genommen werden müsse. Sicher werde er aber nicht einfach zurücktreten, sondern einen schrittweisen Übergang einleiten. Ein Nachfolger ist allerdings nicht in Sicht.

Frehner ist ein Verschmähter. Von den anderen bürgerlichen Parteien ebenso wie von Teilen seiner eigenen Partei. Ersteres hilft ihm, mit der SVP Oppositionspolitik zu betreiben. Zweiteres wird ihm zunehmend zur Hypothek.