Das protestantische Basel ist nichts für Freiheitsliebende. Nur acht Feiertage kennt man hier, andere, katholische Kantone haben bis zu 14. Ausgerechnet von rechtsbürgerlicher Seite kam die Forderung nach einem neuen Feiertag. SVP-Grossrat Alexander Gröflin verlangte, dass die Unternehmen gesetzlich verpflichtet werden, ihren Arbeitnehmern am Montagnachmittag und am Mittwochnachmittag während der Fasnacht frei zu geben. Heute könnten Basler Firmen, die über die Fasnacht nicht geschlossen hätten, verlangen, dass ihre Angestellten während der Fasnacht durchgehend arbeiteten.

Das Problem: Das Quantum gesetzlich vorgeschriebener Feiertage ist mit Neujahr, Ostern, Auffahrt, Pfingsten, dem 1. August, Weihnachten (zwei Tage) sowie dem 1. Mai in Basel-Stadt aufgebraucht. Würde der Forderung von Gröflin nachgekommen, müsste auf einen anderen Feiertag verzichtet werden. Der Arbeitgeberverband hatte in einem Schreiben an alle Parlamentarier dazu aufgefordert, den 1. Mai nicht mehr als Feiertag zu führen.

Eine Abschaffung des Tags der Arbeit aber war im linken Parlament nicht mehrheitsfähig. «Nicht, dass wir nicht gerne zwei Halbtage mehr frei hätten», sagte SP-Grossrätin Alexandra Dill. Aber eben nicht unter diesen Bedingungen. Die Motion Gröflin wurde deutlich abgelehnt.
Kniff, damit es doch klappt

Gröflin will aber nicht locker lassen. Er hat bereits den nächsten Vorstoss in petto. Er macht sich einen juristischen Kniff zunutze, damit kein anderer Feiertag zugunsten der Fasnacht abgeschafft werden muss. So soll die Fasnacht über das kantonale Gesetz über öffentliche Ruhetage und Ladenöffnung geregelt werden – womit er das kantonale Kontingent der Feiertage nicht belasten würde.

Gemäss Gröflin hat der neue Vorstoss bereits Unterstützer aus allen Lagern. Dills Stimme jedenfalls hätte er. Die SP-Grossrätin sagt: «Dieser Möglichkeit stünde ich sehr wohlwollend gegenüber und würde dies in meiner Fraktion beliebt machen.»

Ebenfalls die Unterstützung zugesichert hätten Jérôme Thiriet (Grüne) sowie André Auderset (LDP).