National- und Ständeratswahlen

SVP-Präsident Nägelin zur Büza ohne SVP: «Wir sind enttäuscht»

SVP-Präsident Lorenz Nägelin.

SVP-Präsident Lorenz Nägelin.

Die bürgerlichen Parteien von Basel-Stadt wollen, dass Patricia von Falkenstein für sie die Nachfolge als einzige Basler Ständerätin antritt. Einzig die SVP ist nicht mit im Boot. Jetzt entscheidet die SVP-Basis über eine eigene Ständeratskandidatur.

Es verstrichen nur wenige Minuten nach der Pressekonferenz der neuen Bürgerlichen Zusammenarbeit, kurz Büza, da meldete sich die verschmähte SVP in einem Communiqué zu Wort. Sie sei die «einzig wirkliche Alternative» zum «linksliberalen Mainstream», steht darin.

 

Herr Nägelin, Sie wählen harsche Worte. Sitzt die Enttäuschung tief?

Lorenz Nägelin: Harsch ist das nicht, das interpretieren Sie falsch. Aber natürlich bedauere ich, dass diese Listenverbindung zustande gekommen ist, vor allem, weil die GLP in Sachfragen oft anders stimmt, als die Bürgerlichen. Die SVP war immer offen für eine Zusammenarbeit, auch im Sinne der Kontinuität.

Sie sprechen die Regierungswahlen 2016 an. Damals schien eine weitere Zusammenarbeit beschlossene Sache, oder nicht?

Es haben seither viele Gespräche stattgefunden. Lange sah es mit der FDP und der LDP sehr gut aus. Die CVP wollte aber aufgrund der nationalen Politik keine Listenverbindung mit uns. Da haben wir wenig Einfluss.

Es gibt eine kleine Wahrscheinlichkeit, dass die SVP ihren Sitz an FDP und LDP verliert. Dann, wenn Rot-Grün zulegen kann und die SVP Wähleranteile einbüsst. Wie sehen Sie das?

Das ist Kaffeesatzlesen. Ich gehe davon aus, dass wir unseren Sitz halten.

Was bedeutet dieser Entscheid für die weitere Zusammenarbeit mit den Bürgerlichen?

Die Enttäuschung ist da, die bürgerliche Zusammenarbeit muss aber weitergehen. Seitens SVP steht nichts im Wege. Die Bürgerlichen haben nur in dieser Koalition im Grossen Rat, bei Initiativen oder Referenden, Chancen.

Ist eine eigene Ständeratskandidatur nun ein Thema für Sie?

Darüber diskutiert nun der Vorstand. Letzten Endes entscheidet die Basis an der Nominationsversammlung. Das kann und will ich nicht vorwegnehmen.

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