Basel
SVP-Präsident droht Basel Tourismus wegen Plakat-Kritik

Die SVP will Subventionen für Basel Tourismus künftig ablehnen, wenn der Verein sich nicht aus der Politik heraushält. Dieser hat gestern die SVP-Plakate am Basel Bahnhof kritisiert.

Moritz Kaufmann
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Frehner droht Basel Tourismus

Frehner droht Basel Tourismus

Keystone

Die SVP geht in die Offensive, nachdem Basel Tourismus in der bz von gestern die Masseneinwanderungsplakate an den Bahnhöfen kritisiert hat. SVP-Präsident Sebastian Frehner sagt deutlich: «Es geht nicht, dass ein Verein, der auch von SVP-Steuergeldern lebt, sich so in den Wahlkampf einmischt.» Komme das weiterhin vor, werde die SVP in Zukunft Nein sagen zu Subventionen für Basel Tourismus. «Dann können sie mit ihrem eigenen Geld weitermachen.»

Bis jetzt habe die SVP den Verein immer unterstützt, obwohl seine Partei bei Subventionen sonst kritisch sei. Frehner hält zwar fest: «Ich finde, der Verein macht einen guten Job. Die Logiernächte haben ja zugenommen.» Aber: «Basel Tourismus hat sich aus der Politik herauszuhalten.»

«Kein politisches Statement»

Daniel Egloff, Direktor von Basel Tourismus, bemüht sich trotz Frehners Drohung, kein weiteres Öl ins Feuer zu giessen. «Das war kein politisches Statement. Es ging uns nicht darum, die SVP oder ihre Positionen zu kritisieren.» Allerdings sieht Egloff auch keinen Grund, sich zu entschuldigen.

Vielmehr sei Basel Tourismus seiner Verantwortung nachgekommen. «Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass sich ein Gast wohl fühlt, wenn er hier ankommt. Dazu gehören eine saubere Stadt, eine gute Beschilderung und freundliches Personal.» Man wolle Dinge möglichst vermeiden, die einen Gast irritieren könnten. «Ein Plakat wie das von der SVP kann einen Gast nachdenklich stimmen.» Zu Frehners Reaktion fügt Basels Tourismusdirektor an: «Sebastian Frehner und ich kennen uns. Wenn er ein Problem hat, kann er mich jederzeit anrufen.»