Gestaltung
«Swiss Poster Award 2014»: Wie aus dem Braunbär ein Eisbär wird

Im Hof des Restaurants Kunsthalle werden die besten Plakate des letzten Jahres präsentiert. Früher sei Basel als Hochburg der Plakatszene bekannt gewesen, sagt Regierungsrat Hans-Peter Wessels.

Bigna Bornhauser
Drucken
Teilen
Plakate des Jahres 2014
5 Bilder
Die Ausstellung findet im Hof des Restaurants Kunsthalle Basel statt.
«Du bist, was du trägst», werbt dieses Plakat.
Eine Werbung der Vegi-Restaurantkette Hiltl.
Hans-Peter Wessels (l) und Gastgeber Christian Senn.

Plakate des Jahres 2014

Zur Verfügung gestellt

Das Waschmittel «Total Sensitive» macht aus einem Braunbären einen Eisbären, aus dem Mistkäfer einen Marienkäfer und aus dem Panther einen Tiger. Die Fachjury des Swiss Poster Award macht aus der Werbekampagne das Schweizer Plakat des Jahres 2014.

Ausgestellt werden die Sieger des «Swiss Poster Award 2014» sowie eine Auswahl an Plakaten aus der Region Basel im Hof des Restaurants Kunsthalle. Zum dritten Mal findet die nationale Ausstellungsreihe mit analogen und digitalen Schweizer Plakaten statt. «Wir können schon fast von einem historischen Anlass sprechen», sagt Christian Senn, Mitglied der Direktion der Allgemeinen Plakatgesellschaft (APG). Das Unternehmen unterstützt die Prämierung seit vielen Jahren. Durch die öffentliche Plattform soll ein breiteres Publikum auf das landesweite Plakatschaffen aufmerksam gemacht werden.

Ausstellungen in acht Städten

Die Ausstellung der Werke von 2013 wurden in vier Städten der Deutschschweiz präsentiert. Wegen positiver Rückmeldungen wurde die Tour nun erweitert, die Zahl der Standorte verdoppelt. Neu gastiert die Plakatausstellung auch in der Romandie und im Tessin.

«Ich bin stolz darauf, dass Basel die erste Station von insgesamt acht Städten ist. Vielleicht ist dies so, weil Basel früher als Hochburg der Plakatszene bekannt war», sagt der Regierungsrat Hans-Peter Wessels. Er denke dabei an die grosse Plakatsammlung der APG in der Schule für Gestaltung Basel. Doch auch heute noch seien die Plakate von grosser Bedeutung: «Die klassische Plakatwerbung wird auch weiterhin ein wichtiger Bestand sein», sagt er weiter. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis sei unschlagbar.

Die Plakate wurden in verschiedene Bereiche eingeteilt und von einer 20-köpfigen Jury bewertet. «Neu ist in diesem Jahr die Kategorie «Digital Out of Home», sagt Senn. Die Kategorie hebt sich durch die Verwendung von bewegten Bildern von den bisher Bestehenden ab.

Im Bereich der Werbung wird zwischen «Commercial National» und «Commercial Local and Regional» unterschieden. Weitere Gruppen sind «Public Service», «Culture» und «Poster Innovations». Der Gewinner der letztgenannten Kategorie schafft es, dem Medium eine neue, unerwartete Dimension zu geben. Der diesjährige Sieger greift anstelle des Aluminiumträgers auf Plexiglas zurück, der Schriftzug auf dem durchsichtigen Material lautet: «Die Bank Coop ist transparent».

Lokale Sieger

Mit dem Plakat «Die Blume des Bösen» will die Novartis auf die Pollenplage aufmerksam machen und gewinnt Gold in der Kategorie der lokalen Werbungen. Doch die Plakate sind nicht nur aus Werbezwecken wichtig, betont Wessels. «Mit Witz und Farbe gestaltete Plakate tragen zu einem guten Stadtbild bei», meint er. Gleichermassen seien Plakate, die zum Denken anregen, wertvoll.

Die vorgestellten Plakate können noch bis zum 21.4. durchgehend im Hof des Restaurants Kunsthalle besichtigt werden.