Am 31. Juli mussten die Krankenversicherer ihre Prämienvorschläge für das kommende Jahr dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) vorlegen. Wie eine Umfrage der bz bei verschiedenen Versicherungen ergab, halten sich die Aufschläge dieses Mal in Grenzen.

Sympany, Marktführer in der Nordwestschweiz, wird in Basel im Schnitt 1,3 Prozent in der Grundversicherung aufschlagen, im Kanton Baselland durchschnittlich «unter einem Prozent», wie Sympany-Sprecherin Anne Tschudin gegenüber der bz sagte.

Allerdings müssen die Prämien vom BAG noch genehmigt werden. Dies sollte bis September der Fall sein. Der letzte Prämienanstieg lag bei 2,3 Prozent.

Bei der allgemeinen Spitalzusatzversicherung ist sogar eine Prämienreduktion von 20 Prozent vorgesehen. Dies ist möglich, weil sich aus gesetzlichen Gründen teilweise Leistungen von der Zusatz- in die Grundversicherung verschoben haben (zum Beispiel die freie Spitalwahl ab der Schweizer «Spitalliste»). Diese Zusatzversicherungsprämie bewegt sich zwischen 10 und 20 Franken.

Bei Sanitas gebe es in der Grundversicherung für viele Versicherte eine Nullrunde, schreibt die Medienstelle. Diese Entwicklung sei möglich dank eines moderaten Kostenanstiegs. Viele Versicherte würden auch bei den Zusatzversicherungen per 2014 von Nullrunden profitieren, teilweise komme es zu Prämiensenkungen.

Die Grundversicherungsprämien für Sanitas-Versicherte steigen per 2014 voraussichtlich um 0,7 Prozent an, bei Wincare gibt es sogar eine Prämiensenkung von 1,5 Prozent, und bei «Compact» steht eine Nullrunde an. Bei Helsana werde ein Prämienanstieg «im Rahmen des Vorjahres» erwartet. Dieser lag bei einem bis zwei Prozent.

Die letztes Jahr eingeführte Fallpauschale scheint zu funktionieren. Eine anspruchsvolle Arbeit sei die Codierung der Krankheitsfälle gewesen, sagt Sympany-Sprecherin Tschudin.

Thomas Rudin, Direktor des Bethesda-Spitals, erachtet die Einführung der Fallpauschale als abgeschlossen. In gewissen Bereichen werden noch Feinjustierungen folgen. Die Anpassung der IT-Systeme sei «ein gewisser Aufwand» gewesen, und es habe Zeit gebraucht, bis alle Verträge mit den Partnern (Versicherungen, Ärzte) unterzeichnet waren.

«Grundsätzlich gute Erfahrungen» habe das Universitätsspital Basel (USB) gemacht, sagt Martin Gerber, Leiter Ressort Finanzen des USB. Allerdings stellt er einen grossen administrativen Aufwand für Kostengutsprachen und Versicherermanagement (Rückfragen etc.) fest.

Nicht alle Tarife definitiv

Stephan Fricker, Direktor des Merian-Iselin-Spitals, und Christine Frey, neue Sprecherin des Kantonsspitals Baselland, bemängeln, dass gewisse Tarife noch nicht definitiv festgelegt sind – dies wegen hängiger Verfahren beim Bundesverwaltungsgericht. Das sei ziemlich «ungemütlich», sagt Fricker.

Eine nachträgliche Anpassung von Tarifen würde zu einem enormen administrativen Aufwand führen.

Verzögerungen bei Rechnungen

Die Einführung habe im ersten Halbjahr 2012 zu Verzögerungen bei der Rechnungstellung geführt. Diese Rückstände seien bis Ende Jahr praktisch aufgeholt worden, sagt Anne Tschudin.

In der Diskussion im Vorfeld der Fallpauschalen-Einführung wurden kritische Stimmen laut, die Spitalärzte würden mehr Fälle «generieren», um eine bessere Auslastung zu erzielen. Andererseits hiess es aber auch, dass die Fallpauschale eine bessere Kostenkontrolle erzwinge.

Das System muss sich nun einpendeln, und es wird wohl einige Jahre dauern, bis man sieht, ob es zu einer nachhaltigen Senkung der Krankheitskosten kommt.