Entdecken

Tag der offenen Tür der Kleinbasler Ateliers

Der Vorstand vom Verband der Basler Kreativwirtschaft.

Der Vorstand vom Verband der Basler Kreativwirtschaft.

Der Verband der Kreativwirtschaft Basel lädt zu einem Tag der offenen Tür durch die städtischen Ateliers. Dieser soll dazu beitragen, dass die Leute im Quartier die Studios in Zukunft ohne Hemmungen betreten.

Wo liegt der Unterschied zwischen kreativer Dienstleistung und Kunst? Viele würden die beiden Begriffe einfach gleichsetzen. Wie sich diese jedoch voneinander differenzieren, wissen Susanne Hartmann und Simone Schnee sehr gut: «Kunst ist auftragsunabhängig. Kreative sind keine Künstler: Sie gestalten für einen spezifischen Zweck und arbeiten bezogen auf die Anforderung des Kunden», erklärt Schnee.
Hartmann und Schnee sind beide Vorstandsmitglieder von Kreab, einem jungen Verband, der solidarisch und ehrenamtlich die Interessen der Basler Kreativwirtschaft vertritt und sich als Sprachrohr der Branche versteht. Der Verein ist aus einer grundlegenden Erkenntnis entstanden: «Die Kreativen sind ein Wirtschaftsfaktor, werden aber als solcher nicht wahrgenommen», fährt Schnee fort. «Daher dachten wir, es bräuchte eine übergeordnete Stimme, um die Leute zu bündeln». Laut Susanne Hartmann sind viele Akteure der Basler Kreativwirtschaft «Einzelkämpfer, die es schwer haben, mit Vernetzungen sich selbst sichtbar zu machen».
Aus diesem Motiv trafen sich im vergangenen Januar zehn Vertreter aus den 13 verschiedenen Branchen der Kreativwirtschaft (Musikwirtschaft, Buchmarkt, Kunstmarkt, Filmwirtschaft, Darstellende Kunst, Designwirtschaft, usw.) und gründeten Kreab. Für das erste Jahr wird der Verband von der Christoph-Merian-Stiftung mit 30 000 Franken gefördert. Heute findet sein erster Event, die Tour de Création, im Kleinbasel zwischen Bärenfelser- und Mörsbergerstrasse statt.


Ohne Kaufzwang in die Läden

Bei Speis und Trank können 16 Ateliers entdeckt und ein Blick hinter die Kulissen geworfen werden. Um 16 Uhr fängt das Programm mit der Öffnung der Ateliers an. Um 17 Uhr findet die Vorstellung vom Verband in der Theatergarage statt. Zum Anlass wird eine Installation präsentiert. Auch die Quartierstrassen werden musikalisch lebendiger gemacht – das ebenfalls auf kreative Art und Weise: Es werden Musiker in Lastenvelos herumgefahren und immer wieder an anderen Orten abgesetzt. Um 20 Uhr ist dann die Schliessung der Ateliers mit Dinner vor der Buchhandlung Müller Palermo geplant.
Marianne Kohler von der Glasmenagerie freut sich sehr auf diesen Tag: «Viele Leute im Quartier haben Hemmungen reinzukommen, denn sie denken, sie müssten unbedingt etwas kaufen. Ein Tag der offenen Tür ist wunderbar, um diese Schwellenangst zu überwinden». Auch Regine Flury von Bellevue ist von der Tour de Création begeistert: «Ich freue mich sehr, dass es jetzt diesen Verband gibt. Ich bin auch der Meinung, dass wir uns gemeinsam stärken müssen, um uns Gehör zu schaffen». Die Tour de Création soll aber auch dazu dienen, die wenig bekannte Realität der städtischen Ateliers den Bürgern näher zu bringen. «Die Basler sollen wissen, dass es viel mehr Ateliers gibt, als man überhaupt denkt», erzählt Hartmann. «Es gibt so viele Hinterhöfe mit Architekturateliers, die keiner sieht. Hoffentlich wird es am Ende der Tour anders sein».

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1