Medien
«Tageswoche» gibt sich die Radikalkur

Das Basler Newsportal will künftig auf eigenen Füssen stehen können. Richten soll es ein neues Abo-Modell.

Benjamin Rosch
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Radikale Neuerungen für den Online Auftritt des Basler Newsportals «Tageswoche».

Radikale Neuerungen für den Online Auftritt des Basler Newsportals «Tageswoche».

Kenneth Nars

Der Wunsch nach Wachstum beginnt mit Verzicht. Kein Wetter, keine Kleinanzeigen, keine automatischen Agenturmeldungen. Klassische Service-Leistungen haben keinen Platz mehr in der «Tageswoche».

Das Basler Newsportal habe sich seit seiner Lancierung vor fünf Jahren wiederholt «nur kosmetischen Änderungen» unterzogen. Diese Neue sei nun «radikal».
Der Grund ist es ebenfalls: Die Stiftung für Medienvielfalt um Mäzenin Bea Oeri will den Geldhahn um ein paar Umdrehungen zuziehen. «Es ist ein schmerzhafter Kraftakt, uns von einem weitgehend stiftungsfinanzierten Medium zu einem Unternehmen zu wandeln, das einen Grossteil seines Finanzbedarfs selber erwirtschaftet», schreibt Geschäftsführerin Sibylle Schürch auf der Website.

Über die Fokussierung auf einzelne, starke Inhalte und eine ansprechende Präsentation sollen neue Kunden angelockt werden. Was das bedeutet, erklärt Renato Beck, der sich neu die Redaktionsleitung mit Gabriel Brönnimann teilen wird: «Wir machen nur Dinge, von denen wir etwas verstehen. Und wir machen nur Dinge, die unsere Leser interessieren, berühren, amüsieren. Kein Mittelmass, keine Sachen, die andere besser können, keine Verlautbarungen, kein Buddy-Journalismus.» Eine Bezahlschranke für das Internetangebot wird es jedoch auch weiterhin nicht geben. «Ein Abonnement der ‹Tageswoche› ist eine Mischung aus Leistung und ideeller Unterstützung», begründet Schürch.

Nicht vom Redesign betroffen ist die Print-Ausgabe, welche jeweils wöchentlich erscheint. Ein Hinweis auf eine drohende Einstellung? «Dazu können wir derzeit noch nichts sagen. Wir konzentrieren uns jetzt auf den Journalismus und unsere Leserschaft, den Rest diskutieren wir später», lautet die Antwort von Schürch.

Zumindest in der Redaktion sei kein Abbau geplant: Die jüngsten Abgänge von Kulturredaktorin Naomi Gregoris (zur bz) und Newsdesk-Leiter Amir Mustedanagić (zum «Tages-Anzeiger») würden ersetzt.