Schwimmstreit

Tanja Soland löst im Schwimmstreit Kontroversen bei Basels Linken aus

SP-Fraktionspräsidentin Tanja Soland unterstützt strenggläubige Muslime im Schwimmstreit.

SP-Fraktionspräsidentin Tanja Soland unterstützt strenggläubige Muslime im Schwimmstreit.

Der Schwimmstreit ist absurd - nur darin ist sich Basels Linke einig. SP-Fraktionspräsidentin Tanja Soland eilt den streng religiösen Muslimen zur Hilfe. Sie will Dispensen zulassen – SP-Migranten widersprechen.

SP-Fraktionspräsidentin Tanja Soland ist gegen das Schulgesetz, das Dispensen verbietet. Die Sozialdemokratin will das drei Jahre junge Gesetz kippen und Schwimmdispensen wieder zulassen. Damit steht Soland sogar unter den Linken einsam auf weiter Flur.

«Dispensen sind nicht dramatisch»

Für Soland ist das Gesetz unsinnig. Die Schwimmbussen seien absurd. «Entweder kaufen sich die Leute frei oder sie gründen ihre eigene Schule», sagt Soland. Letztlich würden die Kinder zwischen Eltern und Schule aufgerieben. Darum will sie Schuldispensen wieder erlauben. «Es ist ja nicht dramatisch», sagt Soland. Die Hälfte der Schüler gehe sowieso nicht ins Schwimmen, weil es gar nicht genug Hallen gäbe.

Soland versteht, dass sich Muslime diskriminiert fühlen: «Bei Juden und Muslimen ist man streng, bei Freikirchlern und anderen Christen ist man nachlässiger.»

Widerstand aus der eigenen Partei

Die SP-Grossräte mit Migrationshintergrund Atilla Toptas und Mustafa Atici widersprechen ihrer Fraktionspräsidentin. Sie sind gegen Schwimm- oder Lagerdispensen. Atici will, dass alle Kinder möglichst viel zusammen unternehmen, «damit Alt-Einheimische und Neu-Einheimische voneinander lernen können».

«Das ist eine absurde, ideologische Diskussion», ärgert sich SP-Grossrat Atilla Toptas. Es gebe über 3000 muslimische und alevitische Schüler in Basel. Mit sechs Mädchen aus drei Familien gebe es Probleme. Toptas folgert: «In Basel gibt es keine Probleme mit dem Schwimmunterricht.» Die gebüssten Eltern seien Ideologen, denen man keine Plattform geben sollte. Es macht ihn wütend, dass die Eltern ihre Kinder isolieren wollen und sie für ihre ideologische Debatte missbrauchen. Das sei schädlich für die Entwicklung der Kinder.

Heidi Mück will Debatte vertagen

Auch Basta-Grossrätin Heidi Mück nervt sich ob der Schwimmdebatte. «Die Haltung der Eltern ist zwar problematisch, aber dass man das am Schwimmunterricht aufhängt, ist absurd», sagt auch Mück. Wie Soland erwähnt sie, dass viele Schüler aus Platzmangel gar nicht ins Schwimmen gehen können. Für sie geht all das Gestürm am Problem vorbei. Erst wenn es genug Schwimmhallen hat, könne man über die Schwimmpflicht reden. Mück glaubt aber, dass die Behörden an den Muslimen ein Exempel statuieren wollen.

Erziehungsdirektor Christoph Eymann will das Gesetz nicht abschaffen: «Wenn Frau Soland wegen einer möglichen muslimischen Privatschule das Gesetz ändern will, dann ist das hysterisch.»

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