Aus den Hauseingängen lösen sich farbig gekleidete Gestalten. Sie beginnen mitten auf der Strasse zu tanzen und bald scheint die ganze Sattelgasse von Tänzerinnen bevölkert zu sein, die sich die Pflastersteine zur Bühne machen.
Die Tänzergruppe winkt den Zuschauern verschwörerisch zu und fordert sie auf, ihr in den nächsten Hinterhof zu folgen.

Es ist der Beginn des „Bewegten Spazierganges", der die Zuschauerinnen und Zuschauer einmal quer durch die Grossbasler Altstadt mitnimmt, angefangen vom Marktplatz, die Imbergasse hoch bis zum Nadelberg. Gleichzeitig ist es eine Reise durch die Basler Tanzszene, von zeitgenössischen Perfomern über Salsatänzer bis zu Mimen. Nicht nur die Tänzerinnen und Tänzer bewegen sich, auch das Publikum: Die Route wird abgeschritten und an 16 Stationen Halt gemacht, wo kurze Performances stattfinden.

Nathalie Frossard, die Basler Tänzerin und Choreografin, hat den Anlass schon zum zweiten Mal organisiert. Letztes Jahr wurde der Spaziergang in der St. Alban-Vorstadt durchgeführt, diesmal im Grossbasel: „Ich habe bewusst ein Quartier ausgewählt, das am Samstag gut frequentiert ist", sagt Nathalie Frossard. Gefunden hat sie dafür steile Treppengassen, malerische Innenhöfe und überdachten Brunnen, welche zur aussergewöhnlichen Outdoor-Bühne für die Basler Tanzschaffende wurden.

Die Performer haben ihre kurzen Auftritte individuell zusammengestellt und geprobt. So sind strukturierte Improvisationen zu sehen, aber auch Ausschnitte aus dem Repertoire von bestehenden Choreografien. „Die Stärke des Spazierganges ist die Vielfalt, er ist farbig und repräsentiert die Fülle des Basler Tanzschaffens", beschreibt Nathalie Frossard die Tour.

Eingebettet ist der Spaziergang in das Tanzfest, das am vergangenen Wochenende in 25 Schweizer Ortschaften stattfand und das breite Publikum für den Tanz sensibilisieren soll. Seit 2006 wird das Tanzfest von reso, dem Tanznetzwerk Schweiz, in Zusammenarbeit mit lokalen Tanzschulen, Theatern und Kulturzentren durchgeführt.

Auch jüngere Menschen wurden am Basler Tanzfest angesprochen: Am Samstagabend wetteiferten Jugendliche zwischen 13 und 26 Jahren im Jugendtreff Dreirosen in der Disziplin Street-Dance, unter der Leitung einer professionellen Jury. Eher ums Dabeisein ging es am Samstagabend, beim „Tanz in Beizen". So wurde in diversen Clubs und Lokalen Zumba, Tango oder Lindy Hop getanzt. „Diese Anlässe sind gedacht zum Zuschauen, zum Geniessen oder zum selbst Mittanzen", sagt Frossard. Abgerundet wurde das Tanzfest am Sonntag mit einstündigen Schnupperkursen auf dem Kasernenareal, die wohl jedem Tanzgeschmack etwas boten.

Auch der „Bewegte Spaziergang" fordert das Publikum zum Tanz auf: Beim Schlussbild, in einem grossen Innenhof am Nadelberg, treffen alle Tänzerinnen und Tänzer auf ein 12-köpfiges Ensemble der Drumschool Basel. Die Samba-Rhythmen und die ausgelassene Stimmung ergreifen auch die Zuschauer machen diese zu einem Teil Spektakels.