Kleinbasel

Tanz und Trunk mit der neuen Bärin: Anpfiff ist auf dem Matthäusplatz

Jedes Jahr ein Unikum: der traditionelle Bärentanz ist stets improvisiert.

Jedes Jahr ein Unikum: der traditionelle Bärentanz ist stets improvisiert.

Mit einem Hoch auf die kulturelle Vielfalt wird heute am 22. Bärentag wieder durch die Kleinbasler Gassen gesteppt.

Den «VW-Bus unter den Anlässen» nannte Basta-Nationalrätin Sibel Arslan den Bärentag vergangenes Jahr in ihrer Tischrede. Innert rund zwei Dekaden ist der Umzug mit der tanzenden Bärin von einer Nebenerscheinung zur festen Tradition avanciert. Im Zentrum des Tages stehen die Integration und das Zusammenleben verschiedener Bevölkerungsgruppen.

Wie jedes Jahr trifft sich das feierfreudige Volk um 14 Uhr auf dem Matthäusplatz. Die Trommel wirbelt, Pfeifen erklingen und die schwarze Bärin setzt zum Eröffnungstanz an. Dieses Mal wird die Tänzerin von Kindern der Primarschule Bläsi begleitet, die den traditionellen Bären-Blues singen.

Musikalischer Marsch zum gemeinsamen «Mähli»

Vom Matthäusplatz aus bewegt sich der Umzug Richtung Dreirosenanlage. Gerade aufgrund der aktuellen Ereignisse rund um Gewalt und Drogen sei es den Organisatoren wichtig, hier ein Zeichen für Friedfertigkeit zu setzen, so Franca Mader, Leiterin der Bärengesellschaft.

Von den Dreirosen schreitet der Zug durch das Klybeckareal Richtung Kleinhüningen, wo der Hinweg endet. Auch das Zielquartier sei bei der Planung entscheidend gewesen, sagt Mader. Zu oft werde das Quartier wegen seines dezentralen Standorts auch sozial abgeschottet, insbesondere bei Kindern, die noch zu wenig selbstständig sind.

Um 18 Uhr versammelt sich die Gesellschaft zum «Bärenmähli» in der Kaserne, wo kulturelle Vielfalt auch in kulinarischer Hinsicht gross geschrieben wird. Kaserne-Leiter und Gastgeber Sandro Lunin begrüsst die Besucher mit einer Tischrede und die Flamenco-Tanzgruppe Soniquete sorgt für Unterhaltung. Nach dem Abendmahl reist die Bärin ein weiteres Mal nach Kleinhüningen, wo sie vor dem Humbug den Abschlusstanz vorführt.

Ob Bären oder Humbug: Hauptsache, es geht weiter!

Die Bärin hat sich ihrer Tanzschuhe endlich entledigen können, nun sind die Gäste an der Reihe. Mit funkiger Livemusik lädt das Humbug zum Hüftschwung, nach Mitternacht übernehmen zwei DJs den Lead. Dass der Abschluss nicht im Schwarzen Bären selbst stattfinden kann, nimmt Mader nicht allzu schwer: «Hauptsache, es geht weiter!».

Stolz ist die Organisatorin vor allem darauf, dass der Bärentag jedes Jahr für alle Beteiligten ein Überraschungspaket ist. So sei nicht wie bei ähnlichen Events wie beispielsweise dem Vogel Gryff jeder Schritt akribisch vorausgeplant. Entsprechend bleibe die Veranstaltung stets lebendig, obwohl sie sich mittlerweile als feste Tradition etabliert habe. Folgerichtig schaut sie dem heutigen Tag sehr entspannt entgegen: «Wir nehmen es, wie es kommt!».

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