Hitzewelle
Tattoo-Besucher kippen wegen hohen Temperaturen reihenweise um

Die Hitze sorgt am Basel Tattoo für Probleme – nach der Vorstellung am Sonntagnachmittag mussten 60 Personen betreut werden. Betroffen sind vor allem Leute, die auf Kopfbedeckungen verzichten und zu wenig trinken. Kinder sind besonders gefährdet.

Mélanie Honegger
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Die Plätze auf der Tribüne des Basel Tattoo liegen in der prallen Sonne. Vielen Gästen setzen die hohen Temperaturen zu.

Die Plätze auf der Tribüne des Basel Tattoo liegen in der prallen Sonne. Vielen Gästen setzen die hohen Temperaturen zu.

Juri Junkov

33 Grad Celsius und viel Sonnenschein: Das Sommerwetter präsentiert sich momentan von seiner besten Seite. Doch was am Badestrand dazugehört, ist am Basel Tattoo anstrengend. Die Hitze setzt den Gästen zu, wie ein Blick auf die Vorstellung am Sonntagnachmittag zeigt. Rund 60 Patienten mussten von der Sanität betreut werden, informiert HansPeter Barth, der für die Sicherheit am Basel Tattoo zuständig ist. «Es gibt immer wieder unvernünftige Leute, die ohne Kopfbedeckung erscheinen und nichts zu trinken mitnehmen.»

Die betroffenen Personen wurden von den Sanitätern mit Wasser versorgt sowie mit Eis und nassen Tüchern gekühlt. Für die meisten war die Show damit zu Ende: «Viele warteten danach draussen, bis der Anlass vorüber war und sie mit ihren Angehörigen nach Hause gehen konnten», erzählt Barth.

Besonders Kinder sind gefährdet

Der Sicherheitsverantwortliche betont, dass die Veranstalter auf derartige Vorfälle vorbereitet sind. Platzanweiser sowie Samariter würden während der Aufführungen das Publikum beobachten. «Gibt es Leute, die in der prallen Sonne sitzen und beinahe einschlafen, gehen die Verantwortlichen auf sie zu, holen sie von der Tribüne herunter und pflegen sie», versichert Barth.

Zudem werden Kopfbedeckungen von Sponsor Coop verteilt – aber: «Gewisse Leute sind zu eitel, um diese dann auch zu tragen.» Getränkestände sollten ausserdem dafür sorgen, dass die Gäste mit Wasser versorgt sind.

Unter den Patienten von letztem Sonntag waren laut Barth Leute aus den unterschiedlichsten Altersgruppen vertreten. «Die Jüngeren haben aber meist mehr Open-Air-Erfahrung und schützen sich tendenziell besser als die Älteren.»

Gerade was Kopfbedeckungen angehe, seien die jüngeren Gäste oft besser ausgestattet. Besonders heikel sind die hohen Temperaturen auch für kleine Kinder. «Der Lärm und die Hitze sind für Kinder extrem ungesund», warnt er.

Für die kommenden Tage, an denen die Temperaturen nochmals steigen werden, empfiehlt Barth deshalb eine entsprechende Ausrüstung. Er ist froh, dass die heutige Vorstellung erst um 21.30 Uhr stattfindet. «Ohne direkte Sonneneinstrahlung ist das Risiko eines Zwischenfalls wesentlich geringer als in der Nachmittagssonne», erklärt er.

Die hohen Temperaturen scheinen indes nur das Publikum zu stören: Bei den Artisten kam es laut Barth zu keinem vergleichbaren Vorfall. «Die sind sich härtere Umstände oft vom Militär her gewohnt und verfügen über eine gewisse Routine.»

Manchmal stosse die hiesige Reaktion auf die Hitze gar auf ein gewisses Unverständnis: «Die Australier haben nur gelacht über uns, die sind sich solche Temperaturen halt gewohnt.»

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