Entscheid
Tattoo-Freunde dürfen vorerst einmal aufatmen

Das Basel Tattoo 2012 findet planmässig statt. Das hat am Dienstag die Präsidentin der Baurekurskommission entschieden. Die Zukunft der Veranstaltung ist aber nach wie vor ungewiss.

Mélanie Honegger
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Das Tattoo auf dem Kasernenareal im Jahre 2010.

Das Tattoo auf dem Kasernenareal im Jahre 2010.

Martin Töngi

Auf dem Kasernenareal wird auch dieses Jahr getrommelt und gepfiffen, was das Zeug hält. Agnes Dormann, die Präsidentin der Baurekurskommission, hat dem Rekurs für das Basel Tattoo 2012 die aufschiebende Wirkung entzogen. Das bedeutet, dass die Veranstaltung stattfinden kann, obwohl der Rechtsstreit noch im Gange ist. Ein harter Schlag für das Rekurskomitee «Heb Sorg zum Glaibasel», das sich im Vorfeld wegen der Rasen- und Mergelnutzung der Veranstalter vehement für ein Nichtstattfinden des Tattoos eingesetzt hatte.

Trotzdem reagiert Thomas Mächler, der Präsident des Rekurskomitees, mit Gelassenheit auf den gestrigen Entscheid. «Es war nichts anderes zu erwarten», beurteilt er die Situation pragmatisch und fügt an, dass der Druck vonseiten des Regierungsrates zu stark gewesen sei. Theoretisch wäre es Mächler möglich, gegen den aktuellen Entscheid Rekurs einzulegen: einen Rekurs gegen den Entscheid gegen die aufschiebende Wirkung des Rekurses.

Entscheid gilt nur für dieses Jahr

Die Situation rund um den Entscheid ist ziemlich verstrickt - wie auch die Zukunft der Veranstaltung. Diese ist nämlich keineswegs gesichert, wie die Baurekurskommission verlauten lässt. Der Entscheid hat keinen Einfluss auf den Ausgang des Verfahrens und auf die Tattoo-Veranstaltungen der nächsten Jahre.

Auf Anfrage der bz gaben sich die Verantwortlichen der Baurekurskommission wortkarg: Genaue Gründe für den Entscheid oder gar Prognosen wurden keine bekannt gegeben. Der offiziellen Medienmitteilung ist aber zu entnehmen, dass «die weit fortgeschrittene Planung der Veranstaltung, die wirtschaftlichen Interessen der Veranstalterin und die Bedeutung des Anlasses für das lokale Gewerbe und die Stadt Basel» für den Entscheid ausschlaggebend waren.

«Bei dieser Ausgangslage wäre die Untersagung der Durchführung des Basel Tattoo 2012 nicht verhältnismässig», heisst es weiter.

Optimismus auf beiden Seiten

So gibt der aktuelle Entscheid nur für dieses Jahr grünes Licht. «Wir werden keinen Rekurs einlegen», sagt denn auch Mächler mit der Begründung, dass der Entscheid für die nächsten Jahre noch nicht feststehe. Ein Ende des Tattoo-Streits ist also vorerst nicht in Sicht. Beim Komitee «Heb Sorg zum Tattoo», das sich im Vorfeld der Diskussion um die Veranstaltung gebildet hatte, ist die Freude trotzdem gross: «Wir sind erleichtert und nehmen diesen Entscheid mit grosser Befriedigung auf», sagt Vereinspräsident Michael Trechsler.

Nichtsdestotrotz sind sich beide Seiten bewusst, dass die Zukunft des Basel Tattoos unsicher ist. Tattoo-Gegner Mächler gibt sich kämpferisch: «Der Entscheid für die kommenden Jahre ist noch nicht gefällt. Wir gehen nach wie vor davon aus, dass die Grünfläche der Bevölkerung gehört.» Es werde sich zeigen, ob das Tattoo eine rechtswidrige Veranstaltung sei. Genauso optimistisch ist Tattoo-Liebhaber Trechsler: «Wir schauen der Zukunft positiv entgegen.»

Basel Tattoo selbst wird zum Entscheid erst am Mittwoch Stellung nehmen.