Schädlinge
Taubenzecken können bei Menschen Allergien auslösen

Die Taubenzecke lebt – wie der Name schon sagt – im Federkleid von Tauben. Wenn diese jedoch ihr Nest verlassen und die Zecke zurückbleibt, so sucht sie sich einen anderen Wirt. Manche Menschen reagieren auf ihren Biss allergisch.

Noemi Lea Landolt
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Lästiger Blutsauger: Beisst die Taubenzecke zu, kann das heftige allergische Reaktionen auslösen. Vollgesogen ist sie 4-10 Millimeter gross.

Lästiger Blutsauger: Beisst die Taubenzecke zu, kann das heftige allergische Reaktionen auslösen. Vollgesogen ist sie 4-10 Millimeter gross.

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Der ovale Körper ist nur einige Millimeter gross. Der Schaden, den die Taubenzecke anrichten kann, ist einiges grösser. Solange sie ihren Saugrüssel in die Haut von Tauben bohrt, besteht für uns Menschen keine Gefahr. Wenn die Tauben aber ihr Nest in der Nähe einer Wohnung verlassen, wird es mühsam. Die zurückgelassenen Taubenzecken müssen sich einen neuen Wirt suchen, um zu überleben. «Beispielsweise über Ritzen in Fensterrahmen gelangen die Taubenzecken in die Wohnungen», sagt Daniel Haag-Wackernagel, Taubenforscher an der Universität Basel. Denn zur Not tut es auch menschliches Blut. Einmal in der Wohnung, verkriechen sie sich tagsüber in Ritzen und schlagen sich erst nachts ihren Bauch mit Blut voll.

Hohe Dunkelziffer vermutet

Juckreiz, Ausschlag oder heftigere allergische Reaktionen können die Folgen nach wiederholten Stichen sein. Für Betroffene kann das weitreichende Konsequenzen haben: «Einige müssen vorübergehend ihre Wohnungen verlassen, weil ein weiterer Biss eine lebensbedrohliche allergische Reaktion auslösen könnte», sagt Haag-Wackernagel. Das komme nur selten vor, sagt Simon Fuchs von den Gesundheitsdiensten Basel-Stadt: «In diesem Jahr musste bisher lediglich eine Person vorübergehend ihre Wohnung verlassen.» Haag-Wackernagel vermutet allerdings, dass die Dunkelziffer hoch ist, weil die Betroffenen «oft keine Ahnung haben, woher ihre Symptome plötzlich kommen».

Erschwerend kommt hinzu, dass die Symptome unspezifisch sind. Das heisst, dass neben der Taubenzecke sehr viele andere Ursachen für die allergische Reaktion infrage kommen. «Die Befälle werden deshalb oft nur dann registriert, wenn Betroffene in der Wohnung eine Taubenzecke finden und einen Zusammenhang vermuten oder wenn ein Arzt durch Tests zu diesem Schluss kommt», sagt Haag-Wackernagel.

Werden Taubenzecken als Ursache für die allergische Reaktion eruiert, wird zuerst das Taubennest gesucht und entsorgt. Dann werden Fundstelle und Wohnung von Spezialisten mit einem Gift eingesprüht, das die Parasiten tötet.

Übrigens: Wird man von einer Taubenzecke gebissen, muss man sich keine Sorgen um Krankheiten machen: «Glücklicherweise überträgt diese Zecke keine Krankheitserreger wie Borrelien oder FSME-Viren», sagt Simon Fuchs von den Gesundheitsdiensten Basel-Stadt.

Bitte nicht füttern

Dass Tauben überhaupt auf Fenstersimsen, Balkonen oder an Hausfassaden nisten und so ihre Parasiten in unsere Nähe schleppen, hat mit ihrem Überbestand in der Stadt zu tun: «Weil ihnen Nistplätze fehlen, bauen sie ihre Nester zunehmend auch an den Hausfassaden», erklärt Haag-Wackernagel. Ganz unschuldig sind die Baslerinnen und Basler dabei nicht. Die Tauben pflanzen sich auch deshalb fleissig fort, weil es ihnen in der Stadt gut geht und sie hier mehr als genug zu Essen finden. «Deshalb ist es wichtig, dass man Tauben nicht füttert», sagt Haag-Wackernagel. «Auch wenn ich weiss, dass es viele Leute nur gut meinen.»

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