Happening

Tausende Jugendliche wollen Gott am Praise Camp begegnen

Am grössten christlichen Jugendfestival der Schweiz haben sich über 6500 Jugendliche versammelt, um ihren Glauben zu zelebrieren.

«Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch.» (Joh. 14, 18) Oder wie es auf der Website des Praise Camps heisst: «Es ist uns wichtig, dass sich in der Masse niemand verloren fühlt.» So kommt es also, dass der Journalist beim Rundgang über das Messegelände an der Hand genommen wird.

Auf jenem findet dieser Tage das grösste christliche Jugendfestival der Schweiz statt. Jugendliche aus dem ganzen Land zelebrieren unter dem Motto «The Book: Wort vom Läbe» ihren Gott und ihren Glauben.

Die begleitete Führung erweist sich ziemlich bald auch als Segen. Der Event findet nämlich auf einer riesigen Fläche statt: Sie entspricht annähernd 13 Fussballfeldern. Mit Ausnahme der Halle 2 wird jede einzelne genutzt.

Somit ist Platz da für eine Vielzahl an Freizeitangeboten. Im orientalisch angehauchten Bibel-Teehaus können die Jugendlichen allfällige Fragen zur Heiligen Schrift klären. Mit Berufungscoaches wird die sinnvolle Nutzung der eigenen Talente besprochen, und für ü20 Teilnehmer gibt es gar ein Speed-Dating. Gleich die ganze Halle 3, in der vor vier Wochen die Erotikmesse Extasia stattfand, ist dem Sport gewidmet.

Zwischen Gebet und Popkonzert

Einen Grossteil des Camp-Alltags können die Jugendlichen also selbst gestalten. Es findet allerdings auch jeden Abend eine Plenarvorstellung statt. Die Dimensionen des Festivals werden umso eindrücklicher, wenn sich alle 6500 Teilnehmer und Helfer in einer Halle versammeln, wie zum Beispiel auch bei der Eröffnungsfeier am Dienstag.

An deren Anfang steht ein rund einstündiges Konzert. Nacheinander treten Bands aus den verschiedensten Musikrichtungen auf die Bühne. Ihre eingängigen Texte werden auf eine riesige Leinwand projiziert, sodass spätestens bei der vierten Wiederholung der gesamte Saal mitsingt. Als dann Peter Reusser, der Hauptverantwortliche des Praise Camps das Mikrofon übernimmt, setzt sich das Publikum auf den Boden. Wie eine gefühlte Mehrzahl der Teilnehmer spricht auch er Berndeutsch. Das Ziel der Veranstaltung sei es, so Reusser, durch das Camp «Gott zu verherrlichen.» Dieser wird in Folge angebetet. Wer will, der kniet währenddessen auf dem Boden.

Anschliessend spricht die Theologiestudentin Lea Hümbeli zu den Jugendlichen. Sie fordert diese dazu auf, via Praise Camp-App an einer Live-Umfrage teilzunehmen. «Hat die Bibel heute noch etwas zu sagen?» «Spielt die Bibel in deinem Alltag eine Rolle?» Eine Mehrheit der Befragten stimmt jeweils zu. Zum Abschluss ihrer Rede fordert Hümbeli das Publikum dazu auf, ihre Erwartungen an das Camp in einem Gebet zu formulieren.

Erwartungen an höchste Adresse

Diese haben die Jugendlichen durchaus. Allerdings sind sie selten weltlicher Natur. Meist richten sie sich an den Schöpfer selbst: Eine Teilnehmerin will Gott spüren und ihm näher kommen. Ein anderer listet gleich mehrere Dinge auf. Er will «sehen, wie der Himmel auf die Erde herabsteigt, und wie Gott Menschen heilt». Auch er will ihm begegnen.

Was das Organisations- und Helferteam des Praise Camps dazu beitragen kann? «Wir wollen den perfekten Rahmen schaffen, um den Teilnehmern diese Erfahrungen zu ermöglichen» sagt Laura Jacober, die Medienverantwortliche der Veranstaltung.

Zu diesem Rahmen gehört offenbar eine gehörige Prise Denglisch. Nach dem Frühstück können die Jugendlichen an «Morgen Worships» wie zum Beispiel beim «Videosoaking» oder beim «Biblepainting» ihren Glauben zelebrieren. Durch den Teilnehmerrekord freut man sich über das «grösste Camp ever», und für Daheimgebliebene gibt es den Livestream, bei dem sie «in tunen» können.

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