«La Torre»

Tausende wehren sich gegen den Abbruch der Wasserturm-Beiz

Das Restaurant «La Torre» soll einer Überauung weichen. Das wird bekämpft – auch mit falschen Tatsachen.

1200 Unterstützer auf der Onlineplattform Openpetition sowie «mindestens nochmals so viele» auf Unterschriftenbögen setzen sich für den Erhalt des Restaurant La Torre beim Wasserturm ein. Das sagt Conrad Jauslin vom Neutralen Quartierverein Bruderholz. Damit sei das erste von drei Zielen erreicht.

«Wir hoffen, dass das Gebäude unter Schutz gestellt wird und so ein Abbruch und eine Wohnüberbauung verhindert werden kann», sagt er. Das eigentliche Ziel sei jedoch, dass wieder ein Restaurant entstehe. «Dieser Ort muss unbedingt weiterhin öffentlich zugänglich sein. Es ist ein wichtiger Treffpunkt fürs Quartier und war während Jahrzehnten ein beliebtes Ausflugsziel.»

Jauslin sagt, er sei bereits in Kontakt mit Interessenten, die bereit wären, dem aktuellen Besitzer das Restaurant abzukaufen. Doch bis jetzt sei es ihnen nicht gelungen, mit dem Mann in Kontakt zu treten. «Wir werden aber auf jeden Fall weitermachen», sagt er.

Petitions-Bild zeigt nicht die Realität

Die Online-Unterschriftensammlung bewegt die Gemüter. Nebst den 1200 Unterschriften sind auf der Website auch über 400 Kommentare zusammengekommen. Viele beklagen, dass hier ein Idyll zerstört werde.

Das Bild, das die Unterschriftensammlung ziert, befeuert diese Befürchtungen. Allerdings zeigt es nicht die aktuelle Situation, sondern jene vor dem Bau des angrenzenden 70er-Jahre-Gebäudes.

Jauslin sagt: «Wir wollen mit dem Bild in Erinnerung rufen, dass das Haus mit dem Wasserturm ein Ensemble bildet. Dass mit dem Bau in den 70er-Jahren bereits etwas kaputt gemacht worden sei, sei kein Grund, noch mehr zu zerstören.

Aesch hat «Torre»-Besitzer Restaurant abgekauft

Die bz konnte den Besitzer des Restaurants La Torre nicht erreichen. Sein Sohn, der eine eigene Firma in der Region führt, hat das Gespräch abgeblockt. Weder er noch sein Vater stünden für Auskünfte zur Verfügung, sagte er.

Dabei zeigt die jüngste Vergangenheit, dass der Mann durchaus Immobilien verkauft. Gemäss Eintrag im Baselbieter Amtsblatt hat ihm die Gemeinde Aesch 2016 eine Parzelle an der Hauptstrasse 120 abgekauft. Auch dort stand eine Beiz: das Restaurant Schlössli.

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