Es war eine kleine Sensation: Innert kürzester Zeit sammelte eine Bürgerbewegung fast 3600 Unterschriften gegen das geplante Parking unter dem Tschudi-Park. Mit dieser Gegenwehr dürften weder das Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB) noch das zuständige Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) gerechnet haben. Nun folgt die Reaktion. Die öffentliche Planauflage, einst auf diesen November angekündigt, wird verschoben. Auf einen «späteren, noch unbestimmten Zeitpunkt». Dies bestätigt BVD-Sprecher Marc Keller auf Anfrage der bz.

Verzögerung wegen Spitalfusion?

«Die Vorbehalte aus dem Quartier wurden zur Kenntnis genommen», schreibt Keller und zählt die Gründe für den Widerstand gleich selber auf: unvollständige Abklärungen zum Bedarf seitens UKBB; Mehrverkehr durch die zusätzlichen Parkplätze; Baustellenlärm als Problem für die Schule; vorübergehende, aber längere Beeinträchtigung des Tschudi-Parks; jahrelange andere Baustellen im Quartier. Das Baudepartement geht nun nochmals über die Bücher.

Es sind jene Punkte, welche die Quartierbewohner bereits an einer öffentlichen Informationsveranstaltung vorgebracht hatten. Keller bezeichnet diese als «sehr wertvoll». Man nehme sich nun die Zeit, «damit vertiefte Abklärungen, wie zum Beispiel zum Parkplatzbedarf für das UKBB verkehrliche Massnahmen und Beeinträchtigung durch die vorgesehene Baustelle getätigt werden können», sagt Keller.

Für die Parking-Gegner aus dem Quartier ist das ein erster Erfolg. Mitinitiator Renato Mösch zeigte sich entsprechend erfreut über die Ankündigung seitens des BVD. Es sei schön zu sehen, dass man als Bürgerbewegung wirklich etwas bewirken könne, wenn man sich zusammenschliesse und für ein gemeinsames Ziel einstehe.

Gleichzeitig kündigt er weiteren Widerstand an: «Verschoben ist nicht aufgehoben. Wenn es so weit ist, werden wir schnell wieder aufgestellt sein, um uns zu wehren.» Die Bewegung stehe am Anfang eines «grossen politischen und juristischen Prozesses», den die Anwohner überzeugt weiterführen würden, so Mösch. Sicherheit und Rückhalt gebe der Bewegung in diesem Kampf sicher auch die Unterstützung, die sie innert kürzester Zeit von unterschiedlichsten Verbänden und Parteien erhielt.

Auf jeden Fall ist Mösch froh, dass es jetzt so kurz vor der Weihnachtszeit durch die Verschiebung durch das BVD etwas «weniger hektisch» zu und her gehe.

Ein etwas anderes Bild ergibt sich, wenn man den – bislang erst gerüchtehalber – neuen Zeitpunkt für die Planauflage berücksichtigt. Gemäss Informationen der bz sollen die Pläne fürs Parking unter dem Tschudi-Park Ende Februar öffentlich aufliegen. Dann also, wenn das Basler Stimmvolk schon über die Spitalfusion abgestimmt hat. Es ist zumindest denkbar, dass die für die Regierung wichtige Vorlage nicht mit Negativ-Presse rund um die Spitäler belastet werden soll.