Lokalfernsehen

Telebasel baut um: «7 vor 7» gehört bald zur Basler Mediengeschichte

«7 vor 7» wird abgesetzt, das Online-Angebot will Telebasel hingegen massiv ausbauen. (Archiv)

«7 vor 7» wird abgesetzt, das Online-Angebot will Telebasel hingegen massiv ausbauen. (Archiv)

Der Sender streicht sein «journalistisches Flaggschiff» und setzt dafür auf kürzere News, neugestaltete Sendungen und vor allem auf ein massiv ausgebautes Online-Angebot.

«Guete-n-Oobe mini Dame und Herre und härzlig willkomme zum 7 vor 7»: Diesen Satz wird man am 27. Januar zum letzten Mal auf «Telebasel» hören. Denn am 28. stellt der Sender sein Programm so grundlegend um, wie er es in seiner gut 20-jährigen Geschichte noch nie getan hat. Das vom ehemaligen Chefredaktor gerne als «Journalistisches Flaggschiff des audiovisuellen Leitmediums der Nordwestschweiz» verkaufte Nachrichtenmagazin «7 vor 7» entfällt. An seine Stelle tritt eine kürzere Newssendung um 18.30 Uhr. Daran reihen sich Magazine, eine Talksendung, Wetter und Börse. Das aktuelle Programm dauert eine Stunde, danach laufen Wiederholungen.

Neu einen Platz im Programm sollen eine Glamour-Sendung und eine neue Kochsendung erhalten. Damit will der Sender die Zielgruppe der 35- bis 55-Jährigen in der gesamten Nordwestschweiz erreichen. Hier strebt der Sender die Marktführerschaft an. «Wichtig für uns ist eine umfassende Information über die Themen, welche die Region bewegen, egal wo sie passieren», lässt sich Chefredaktorin Karin Müller zitieren. Diese vermehrte Ausrichtung auch auf nationale und internationale Nachrichten liess sich bereits in den vergangenen Monaten immer wieder beobachten.

Umstrittenes Online-Angebot

Bereits im Vorfeld für Kritik gesorgt hatte, dass Telebasel seine Online-Aktivitäten massiv ausbauen will. Ein Newsroom, der von morgens um sechs Uhr bis nachts um elf Uhr besetzt sein wird, soll dauernd News und andere Inhalte auf die komplett neu designte Internetpräsenz und die neue Mobile-App einspielen. Nach Ansicht des Stiftungsrates stellen diese Aktivitäten – wenig überraschenderweise – keine Konzessionsverletzung dar. Das sehen Konkurrenten, insbesondere die regionalen Newsportale, naturgemäss anders. Sie fühlen sich durch den teilweise gebührenfinanzierten Fernsehsender in die Ecke gedrängt.

Auch optisch kommen einige Neuerungen auf das Publikum zu. Telebasel hat sein Erscheinungsbild von Grund auf umgekrempelt und modernisiert.

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