Es war ein hartes Jahr für Telebasel-CEO Dominik Prétôt. Vor einem Jahr hat der regionale Fernsehsender einen gross angelegten Relaunch durchgeführt. Kein Stein blieb mehr auf dem anderen. Aushängeschilder des Senders wie die Nachrichtensendung «7vor7» oder die Diskussionsrunde «Salon Bâle» wurden ersetzt, viele andere Sendungen komplett gestrichen. Auch das Logo und das Design des Senders wurden generalüberholt. Dazu lancierte Telebasel ein eigenes Online-Newsportal.

Der Bruch war hart und die Zuschauerreaktionen ebenfalls. Das neue Telebasel spaltete das Publikum. Unübersichtlich sei das neue Konzept, oberflächlich die Berichterstattung, wurde bemängelt. Die Zuschauerzahlen brachen ein. Bis im Herbst hatte der Sender schweizweit einen Drittel seiner Zuschauer verloren. Mittlerweile scheint die Talsohle durchschritten. In den letzten Monaten stiegen die Zahlen und nähern sich wieder den früheren Werten an. «Gleichzeitig haben wir online deutlich mehr Leser als erwartet», sagt Prétôt. Zwischen 100 000 und 150 000 sogenannte Unique Clients, also Geräte (Computer, Smartphones, Tablets), von denen mindestens einmal auf die Homepage zugegriffen wird, kann Telebasel verzeichnen. Das Newsportal bleibt damit aber klar hinter den anderen grossen regionalen Medienunternehmen.

In den letzten Monaten nahmen die Verantwortlichen Retouchen am Programm vor. Die Kurzfutter-News wurden länger und regionaler, der Programmaufbau konservativer. Seit letztem Monat sendet Telebasel wieder in der Stundenschlaufe. Deutsche Autorennen, Terror-Berichterstattung live aus Paris und ähnliche fragwürdige Ausstrahlungen wurden wieder aus dem Programm gestrichen. Gleichzeitig startete die Sendung «Regio», welche sich bisher vor allem Neujahrsapéros, Vorfasnachtsveranstaltungen, Weihnachtsmärkten und Vereinen widmete. Diese Stossrichtung will der Sender auch weiter verfolgen. «Zyt für meh Region» lautet der neue Slogan.

Fokus auf online

Rein inhaltlich ist der Sender nun wieder deutlich näher am «alten Telebasel» als beim Relaunch vor einem Jahr. «Ich habe mich oftmals gefragt, ob es anders herum nicht schlauer gewesen wäre», sagt Prétôt rückblickend. Trotzdem würde er den Entscheid nochmals gleich fällen: «Es war wichtig, unser angestaubtes Image abzuschütteln.» Er rechne damit, dass der Umgewöhnungsprozess bei den Zuschauern noch gut ein Jahr dauern dürfte. Lieber als über die Turbulenzen spricht er über die Neuerungen: Das neue Design des Senders, die bessere Technik, das Potenzial des Online-Newsportals.

Diesbezüglich verbuchte Telebasel vor kurzem einen wichtigen Sieg. Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) segnete das neue Sendekonzept ab. Zeitgleich zum Relaunch hatte Medienunternehmer Christian Heeb, dessen Newsportal barfi.ch ein halbes Jahr zuvor gestartet war, eine Anzeige eingereicht und kritisiert, dass Telebasel gegen seine Konzession verstosse und Gebührengelder für das Newsportal zweckentfremde. Angesichts des Damoklesschwerts schaltete Telebasel online auf Sparflamme. Entsprechend ist das Newsportal eine der grossen Baustellen des Unternehmens. Die Seite ist ein nicht sonderlich attraktiver Mix aus Agenturnachrichten und wiederverwerteten TV-Beiträgen.

Mit dem Placet des Bakom spürt Prétôt nun Rückenwind: «Der Online-Ausbau wird einer unserer wichtigen Meilensteine 2017.» Auch die Konvergenz zwischen dem TV und Internet soll verbessert werden. «Es ist ein Problem, dass wir oft immer noch nur als Fernsehsender wahrgenommen werden», so Prétôt.